Krieg und Frieden

Autor: Nicole Pendzich
Krieg und Frieden

Nach über zwei Jahren weltweiten (sozialen) Aufruhrs im Namen von Corona sollte man meinen, dass das Bedürfnis nach Frieden und guten zwischenmenschlichen Verhältnissen übergroß wäre. Größer als alle Gelüste nach Heldentum, recht haben und Abgrenzung.

Aber weit gefehlt, es geht gerade lustig weiter: Kriegsgebrüll, Schwarzweiß-Denken und einseitige Beschuldigungen prägen das internationale Bild. Wer für Mäßigung und friedlichen Bestrebungen eintritt, ist fast schon ein Volksverräter. Diesmal am ukrainischen Volk.

Ein normalerweise sehr sozialer und ausgeglichener Freund sagte letzthin ganz schwungvoll: Er wäre diese mäßigende Mitte satt, die dazu aufriefe, das Blutvergießen notfalls auch mit Einlenken zu beenden. Schließlich wäre Russland doch der Täter und man müsse für die eigene Freiheit auch eintreten. Heißt hier: Tod und Existenzverlust in Kauf nehmen. Ich glaube, das können nur die entscheiden, die gerade ihr Blut vergießen und ihren Existenzverlust erleiden.

Wie das Auge des Sturms

Lange Rede, kurzer Sinn: Das sich Bekriegen nimmt gerade kein Ende, ob nun rhetorisch, sozial oder mit „richtigen“ Waffen. Stürmische Zeiten innen und außen also – wie bleibt man da bloß ruhig und in der inneren Mitte verwurzelt? Der Kopf weiß es: tief atmen, sich die Menschen und die Welt erklären und alles nicht so persönlich nehmen. Positiv bleiben. Das Herz hingegen neigt zum Aufruhr, denn es geht ja um Grundsätzliches: menschliches Leiden, Bedrohungen, Existenzängste. Wie also gelingt er in stürmischen Zeiten, der Frieden im Inneren, der Herz und Geist beruhigt? Denn das Außen ist nun einmal gerade, wie es ist.

Ursache und Wirkung

Ein ganz normaler menschlicher Reflex ist es, unangenehme Gefühle vermeiden zu wollen: verdrängen, beschönigen, ignorieren. Oder ganz weg von sich halten zu wollen und an einer scheinbar passenden Stelle da draußen hemmungslos auszuschütten: wüten, hetzen, tiradieren, klagen. Das alles beruhigt vielleicht kurzfristig, wie ein Überflussventil, löst den inneren Unfrieden aber nicht wirklich auf. Denn: der wahre Krieg herrscht innen!

Unruhe, Unfrieden und Ängste haben ihre Ursache nicht im Außen, sondern das äußere Geschehen bringt diese (alten) Gefühle lediglich in uns hoch. Ich kann nichts fühlen, nichts aus mir herausbringen, was nicht ursprünglich in mir ist. Der Unfrieden, die Unruhe, die Angst, aber auch die Liebe und die Freude sind in mir. Waren immer dort. Dann kommen die äußeren Bilder und Geschehnisse. Und mir bleibt, zumindest als erwachsener Mensch, immer die Frage: WIE will, bzw. kann ich damit umgehen?

Es geht nicht ums Wegmachen

Es geht ums Damit(anders)-umgehen. Paradoxerweise entsteht die Ruhe im Sturm durch meine Bereitschaft, Ursache und Wirkung von Unruhe und Unfrieden anzunehmen. Meinen Gefühlen ins Innere zu folgen, anstatt ins Äußere. Dort anzukommen, wo die Quelle ist bzw. der zentrale Schalthebel, statt äußere Bilder zu bekämpfen oder zu fürchten. Es braucht Mut, dem inneren Gefühlssturm zu begegnen und ihn durchziehen zu lassen, während ich Beobachter meiner selbst bin. Am besten ein verständnisvoller Beobachter, mit Barmherzigkeit sich selbst gegenüber. Das schafft zuerst einmal Frieden mit mir selbst.

Es helfen auch die tiefe Sehnsucht nach Frieden und die klare Absicht, ihn wirklich zu wollen – mache dem Frieden Platz, und er wird kommen! Schaffe Raum im Sturm für Heilung und Frieden in dir und er wird kommen. Innen wie außen, denn die innere Welt und die äußere Welt sind energetisch eins.

Die Übung „Friede sei mit dir“ erschafft immer wieder ein wunderbares „Auge im Sturm“.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: frieden_weltfrieden_erdkugel_welt_2372434 @ Uki_71 (pixabay CC-0)

Nicole Pendzich

Nicole Pendzich

herzens-freiheit.de