Die Zeit des Ankommens

Autor: Peter Michael Dieckmann
Die Zeit des Ankommens

Ankunft – eine Energiequalität in dir

Advent ist ein lateinisches Wort. Die deutsche Übersetzung für dieses Wort lautet Ankunft. Einmal, zur Weihnachtszeit, wurde ich gefragt, ob ich denn wüsste, wessen Ankunft wir in dieser Zeit feiern würden? “Die Ankunft von Jesus”, sagte ich. “Falsch, ganz falsch” hörte ich daraufhin als Antwort. “Es geht um deine Ankunft. Die Ankunft in dir selbst, die Ankunft in deinem Leben.” Lass die Energiequalität des Advents in dir entstehen! Feiere in diesen Tagen die Ankunft deiner Seele in deinem Körper. Feiere die Ankunft deines Körpers auf diesem Planeten!

Akzeptanz und Kreativität

Wenn sich die Qualität des Advents in dir ausgebreitet hat, spürst du nicht mehr den Drang, vor dir selbst und deinem Leben zu flüchten. Die Energiequalität des Advents ist das Gefühl der Akzeptanz. Dies bedeutet nicht, sich in jedem Moment wohl zu fühlen. Die totale Akzeptanz schließt die unangenehmen Herausforderungen des Lebens mit ein. Akzeptanz bedeutet jedoch auch nicht, alles nur devot hinzunehmen. Das Leben selbst ist kreative Schöpferkraft.  Wer lebendig sein will, muss kreativ bleiben. Kreativ sein bedeutet, die gegenwärtigen Verhältnisse zu verändern und damit die Zukunft zu gestalten. Wer das Leben voll und ganz liebt, liebt den Anfang und das Ende, liebt die Geburt und liebt den Tod.

Unterwegs sein

Die Voraussetzung für eine Ankunft ist das “unterwegs sein” zuvor. Ankommen kann nur der Mensch, der sich vorher auf den Weg gemacht hat. Wer niemals losgeht, kommt nirgendwo an. Das Losgehen wiederum bedeutet Abschied nehmen. Manche machen sich niemals auf den Weg, weil sie den Schmerz des Abschieds scheuen. Dabei ist es ein Unterschied, ob ich los gehe, um irgendwo anzukommen oder ob ich losgehe, um zu flüchten, beispielsweise vor einer Situation, vor anderen Menschen, vor meinen Ängsten oder Schwächen. Wenn ich losgehe, um anzukommen, weiß ich die Richtung, in die ich gehen möchte. Bei der Flucht hingegen laufe ich ziellos weg, weg von dem, wovor ich flüchten möchte. Manchmal muss man stehen bleiben, um sich umzuschauen und die Richtung neu zu bestimmen. Wohin möchte ich weitergehen? Wer immer nur nach vorne rennt, verliert die Umsicht und in der Folge auch manchmal die Zuversicht.

Liebe, Vergebung und Verantwortung

Die drei großen Themen des Dalmanuta Prinzips: Liebe Vergebung Verantwortung haben uns in diesem Jahr immens eingeholt. Dein Selbstwertgefühl ist die Liebe zu dir selbst. Wenn du im Außen nichts tun kannst, um deinen Selbstwert zu begründen, bleibt dir nichts anderes übrig, als ihn in deinem Inneren zu suchen. Deine Lebensfreude ist die Liebe zu deinem Leben. Wenn du im außen nichts tun kannst, um deine Freude auszuleben, musst du sie in deinem Inneren suchen. Wenn du mit großen Herausforderungen konfrontiert bist, mit Situationen, die du dir nicht ausgesucht hast, musst du lernen, sie zu akzeptieren, mit anderen Worten: zu vergeben. Und wenn die Zukunft ungewiss ist, stellt sich umso mehr die Frage nach dem Sinn deines Lebens. Die Frage nach deiner Verantwortung.

Wir Dalmanuta Lehrer haben in diesem Jahr unsere Hausaufgaben gemacht. Wenn wir vorher nicht wussten, wofür wir arbeiten, dann wissen wir es jetzt. Der Bedarf an Nähe und Berührung wird künftig groß sein. Immer dann, wenn ein Pendel sehr stark in die eine Richtung schwingt, schwingt es anschließend genauso stark in die andere Richtung. Und das wird der Effekt sein, den wir alle erleben werden. Das Bedürfnis nach tanzen, singen, feiern, das Ausleben der Lebensfreude, wird „am Tag danach“, groß sein. Und auch der Bedarf nach innerer Einkehr und Selbstreflektion.

Wenn du magst, mache in diesen Tagen die folgende kleine Übung des inneren Advents: Setze dich hin, schließe deine Augen und mach dir bewusst: „Ich bin angekommen: in mir selbst und in meinem Leben.“

Peter Michael Dieckmann

Peter Michael Dieckmann

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