Jedes Wort ist ein Samen

Autor: Sandra Neumann-Sewcz

Was möchtest du säen?

Krieg oder Frieden?
Einmal Worte ausgesprochen, kannst du sie nie wieder zurücknehmen.
Die Wirkung nur eines Wortes kann ermutigen oder verletzen, stärken oder gar vernichten.
Manchmal kommen uns Worte schneller über die Lippen, als wir es möchten – die sogenannte „Wortkotze“.
Oft sind wir uns in solchen Momenten gar nicht bewusst, welche Wirkung unsere Worte haben können.
Bis wir selbst Worte, die uns nicht guttun, empfangen. Wie weh das tun kann, wissen wir alle.
Die Macht der Worte ist so groß.
Einmal den Samen der Gefühle mit nur einem Wort gesät, wächst der Glaubenssatz unaufhaltsam.
Mit ausgesprochenen oder geschriebenen Worten säen wir Gefühle: manchmal gute, manchmal weniger gute. Und diese Gefühle prägen Menschen ein Leben lang.
Manchmal gibt es auch Missverständnisse, weil ein Wort für den anderen eine andere Bedeutung hat. Doch man merkt schnell die Verletzung und das Unwohlsein der anderen Person.
Doch wer möchte schon absichtlich einen nahestehenden Menschen mit seinen Worten ein schlechtes Gefühl geben. Besonders einem Kind, welches mit dieser Saat aufwächst.
Ich denke, jeder von uns kennt eine solche Situation. Besonders als Kind sind wir so verletzlich und prägbar.

 

Was steckt dahinter?

Man ist in seiner eigenen Story so vertieft, bewertet einen anderen Menschen, bildet einen Glaubenssatz oder ein alter Glaubenssatz wird noch bestätigt, und schon wählt man manchmal unschöne, gar vernichtende Worte.
Wenn du als Kind schon Worte von anderen Kindern oder Erwachsenen übernimmst, dessen wahre Bedeutung du nicht kennst und auch nie hinterfragst, kann das eine Ursache sein.
Geprägt vom „Wortschatz“ oder „Wortkotze“ des Umfeldes kann die Wortauswahl friedvoll, respektvoll und liebevoll oder angreifend, respektlos und lieblos herüberkommen.

Es lohnt sich, auf die Reaktion unseres Gegenübers zu achten. Auch wenn die andere Person sich im ersten Moment nichts anmerken lässt, wirst du kurz über lang am Verhalten bemerken, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die andere Person zieht sich eventuell zurück, weicht dir aus oder wird dir gegenüber verletzend.

Das Schöne ist:
Es ist zum Glück nie zu spät, um den eigenen Gebrauch der Worte zu reflektieren.
Dazu brauchst du nur Bereitschaft und Offenheit.

 

Wie wünschst du dir denn selbst, wie man mit dir spricht?

Auch deine Wahrhaftigkeit kann mit wertschätzenden, menschlichen Worten ausgedrückt werden.
Im Berufsleben nutzen wir, besonders im Schriftverkehr, einen anderen Wortlaut und eine andere Schriftform als im privaten Leben.
Und selbst hier gibt es Entgleisungen. Niemand hat gerne einen Umgang im Imperativ, eine Befehlsform gibt es nur in einzelnen Berufsfeldern.
Bist du nicht beim Militär, solltest du diese „Kommandos“ weder nutzen noch annehmen.

Manipulierende Worte sind auch keine Seltenheit. Und Menschen, die denken, sie wären in einer höheren Position und wären etwas Besseres, gibt es leider ebenfalls oft.
Aber wie reagierst du darauf, wenn sich jemand im Ton und in der Wortwahl vergreift? Konterst du im gleichen Stil? Das kenne ich. Das geschieht voll automatisch, weil man sich nicht wertschätzend behandelt fühlt.

Doch du hast die Wahl! Sei doch du die Person, die einen respektvollen und menschlichen Umgang vormacht. Wähle du die richtigen Worte, selbst wenn du erst einmal sachlich bleibst. Lösungsorientierte Argumente sind immer hilfreich. Privat und im Job.

Eine ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe ist doch immer die beste Wahl.

 

Unser Gehirn reagiert sehr sensibel auf Worte.

Vergleiche bitte mal, wie du auf das Wort „müssen“ reagierst. „DU MUSST !!!“
Und dann nehme im Vergleich das Wort „können“. „DU KANNST !!!“

Spürst du den Unterschied? Müssen erzeugt Druck, und Können erzeugt Leichtigkeit.
Wenn du möchtest, dass jemand etwas tut – versuche es doch mal mit einer Fragestellung, die Raum lässt:

„Könntest du bitte, …. ?“ Anstatt: „Du musst …!“
Und am besten einen Grund anhängen: „… das wäre hilfreich! Danke!“
Ein wertschätzendes „DANKE!“ ist immer ein bestärkendes Wort.

Und wenn jemand etwas falsch macht, ermutige ihn lieber: „Beim nächsten Mal schaffst du das, oder du lernst das bestimmt ganz schnell!“ statt: „Das hast du falsch gemacht.“
Besonders bei den Kindern ist das so wichtig.

Dann übernehmen sie auch direkt den richtigen Wortschatz für ein Miteinander.

 

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema?

Klare Antwort. Ich habe mich nach 23 Jahren Selbstständigkeit für eine Anstellung entschieden.

Aus welchen Gründen erzähle ich gerne ein anderes Mal. In Kurzform, nach 2 Unfällen hat mir das Leben klargemacht, es ist Zeit für Veränderung.

Diese Veränderung im Job war für mich sehr schwer. Sachgebietsleiterin in einer hierarchischen Struktur. Ich war als meine eigene Chefin einen wertschätzenden und respektvollen Umgangston in meinem Umfeld gewohnt. Ausnahmen gab es natürlich auch mal. Auch ich durfte meine Erfahrungen sammeln. Doch meine Erkenntnis war, dass das Anwenden der falschen Wortwahl nicht zielführend ist. Im Gegenteil, oft werden diese zu einem richtigen Wortgefecht und eskalieren. Ich habe gelernt, dass ich auch anders Grenzen setzen kann. Zum Beispiel mit Worten wie „Es reicht“, „Ich stehe diesem respektlosen Wortlaut nicht zur Verfügung“, oder „Ich wünsche mir einen anderen Umgang miteinander, der lösungsorientiert ist!“

Im neuen Job musste ich leider die Erfahrung machen, dass ein wertschätzender, respektvoller und menschlicher Umgang nicht selbstverständlich ist.

Ich finde klare Worte und bin authentisch, wenn der Umgang nicht angebracht ist. Ich stelle Fragen.  Ich bin offen für sachliche Kritik und bin lösungsorientiert. Bin ich überfordert oder auch mal schlecht gelaunt, warte ich mit der Beantwortung von Mails oder der Führung eines Gespräches, bis ich mich besser fühle. Oft schreibe ich mir alles erst einmal mit voller Wut und Frust von der Seele, aber am nächsten Tag lösche ich die Mail wieder und schreibe eine neue Mail, in der ich zeige, wie ein professioneller und menschlicher Wortlaut möglich ist. Und, es wird auch meistens dankbar angenommen.

 

Mein Wunsch:

Ich wünsche mir einen freundlichen, respektvollen Umgang mit mir, also wähle ich wertschätzende, stärkende, heilende und liebevolle Worte für alle anderen.
Beruflich und privat!
Von Mensch zu Mensch!

 

Kleiner Impuls zum Schluss:

Dasselbe gilt für die Worte für den wichtigsten Menschen in deinem Leben! Für DICH!
Wähle liebevolle Worte, voller Respekt & Mitgefühl für dich! Sei geduldig und friedvoll.
DANKE sollte nie in deiner Wortauswahl für dein Leben, deinen Körper, deinen Geist und deine Seele fehlen.

Bedenke, dass es eventuell auch sein kann, dass dein Wort das letzte ist, was ein anderer Mensch hört.
Wenn dir das Verhalten eines Menschen nicht gefällt, sei du das Vorbild für einen anderen, besseren Umgang.
Vergiss nie: „Frieden und Nächstenliebe beginnt immer bei DIR!“

 

Bildquelle: Sandra Neumann-Sewcz, 2025

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