Bis dass der Tod euch scheidet — oder wem bist du Treue schuldig?

Autor: Margarethe Pösken

„Lebe nicht das Leben deines Vaters.
Lebe nicht das Leben deiner Mutter.
Lebe nicht das Außen.“

Diese Worte begegneten mir früh, doch jetzt erst beginne ich sie zu verstehen.

 

Warum habe ich Ja gesagt?

Wo ich doch schon als Jugendliche Ehe und Familie kritisch betrachtete. Kinder wollte ich
aus Überzeugung nicht, eher hätte ich mir vorstellen können, ein Kind zu adoptieren, einer
kleinen Seele zu helfen.
Warum also dieses Ja?

Ich erinnere mich an diesen Tag wie durch einen dichten Nebel.

Die Entscheidung war längst vorher gefallen. Vielleicht wollte ich dazugehören, ein Stück
Familie weitertragen, niemanden verletzen.
Ich lächelte, während mein Herz sich seltsam fern anfühlte, schwer und doch voller
Hoffnung. Hoffnung, es besser zu machen. Hoffnung, glücklich zu werden.
Ein Versprechen, dachte ich damals. Für immer.
Ein Ja, das alles überdauern sollte.
Doch nach einiger Zeit spürte ich es — dieses Ja war auch eine Last.
Die Liebe verblasste leise, so leise, dass ich die ersten Risse kaum bemerkte. Der Alltag
kam wie Wasser, das unaufhaltsam fließt. Unsere Wege trennten sich, wir trieben
auseinander. Wir sprachen zu wenig, hörten nicht hin, hörten uns nicht mehr zu.
Und irgendwann war die Wärme fort. Nur Erwartungen blieben, schwer wie Steine, die
niemand tragen konnte. Ich versuchte auszuhalten. Disziplin. Schweigen. Kälte.
Ich hielt mich an einem Versprechen fest, das eigentlich erst der Tod lösen sollte. Fast
innerlich gestorben, meine Würde längst verloren. Sozialisiert im Patriarchat, geprägt durch
die Kirche, lebte ich nach außen korrekt, während mein Inneres schrie:

Was machst du mit mir?
Was tust du dir selbst an?

Und doch war es vertraut, fast eingeübt — über Generationen hinweg.
Die Hoffnung auf Glück war längst verblasst.
Einundzwanzig Jahre. Die ersten ruhig, fast unauffällig. Neun davon geprägt vom
Ausgleichen, vom Schweigen, von wachsender Kälte. Unterdrückte Lebendigkeit.
Bis zum Zusammenbruch.
Wut. Aggression. Hass.
Alles brach über mich herein.
Die Flucht.
Die Trennung.
Und schließlich der Mut zu gehen.

 

Was einst mit einem klaren Ja begann, endete mit einem Erwachen.

Ich erkannte, dass ich
falsch abgebogen war, dass ich meine Treue einem anderen gegeben hatte — und damit die
Macht über mein Leben.
Ich war mir selbst untreu gewesen. Ich lebte vieles, nur nicht mein eigenes Leben.
Also entschied ich mich, mir meine Würde zurückzuholen. Das Außen hinter mir zu lassen.
Mir selbst Treue zu beweisen.

Endlich ich.
Endlich frei.

 

Und während ich atme, spüre ich:
Freiheit ist schwer erkämpft, aber kostbarer als jedes
Versprechen, das mein Herz nicht tragen konnte.

Ich bin hier.
Ich bin ich.
Und das ist genug.
Dieses Ereignis in meinem Leben steht sinnbildlich für viele andere.

Kennst du das auch, dass du mehr Loyalität nach außen gibst als deiner eigenen inneren Wahrheit?
Nimm dir einen Moment Zeit. Spüre ehrlich hin.
Und dann triff eine Entscheidung — für DICH.

 

Quelle Bild: Wahrheit und Wahrhaftigkeit in den Sozialen Medien

Margarethe Pösken

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