Der Vulkan in dir

Autor: Dina Welker

Ende Januar stand für mich eine Rücken OP in Magdeburg auf dem Plan. Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben einen Eingriff unter Vollnarkose, zumindest kann ich mich bewusst nicht daran erinnern. Ich musste nicht lange auf den Termin warten, etwa einen Monat, doch je näher der
Termin rückte, desto nervöser wurde ich. Je näher der Termin rückte, desto mehr Fragen stellte ich mir und die Angst wuchs. „Was macht die Narkose mit mir? Verläuft alles gut? Wie schreitet die Genesung voran? Tut es weh? Und …

Wache ich wieder auf?

Diese eine Frage hat sich besonders tief in mir eingebrannt. Was ist, wenn ich nicht mehr wach werde? Ich konnte tagelang an nichts anderes mehr denken, zum Teil auch nicht schlafen, weil mir alles durch den Kopf ging. Was-wäre-wenn-Szenarien hielten mich gefühlsmäßig auf Trab, bis ich
meinen Mut zusammenfasste und jemandem meine ganz persönlichen „letzten Wünsche“ mitteilte.

Meine letzten Wünsche?

„Schafft meinen Körper nach Hause und lasst meine Katzen mich sehen,
damit sie sich verabschieden können und vielleicht verstehen, warum ich sie verlasse.“ Alles andere war mir egal.
Die Fragen und Szenarien brodelten in mir, wie ein Vulkan vor seiner Eruption. Sie brannten sich ein und schmerzten jeden Tag mehr. Ich ließ zu, dass die Fragen über etwas, das vielleicht in der Zukunft liegt, vielleicht aber auch nicht, sich so sehr in mir festsetzten. Ich ließ zu, dass sie mich
nicht konzentrieren oder schlafen ließen. Ich ließ zu, dass ich Tage verschenkte. Ich ließ es solange zu, bis ich einen Entschluss fasste. Um meine Ängste zu besänftigen, musste ich sie jemandem mitteilen. Ich musste meine „letzten Wünsche“ mitteilen. Damit wusste ich, dass sie nicht mehr im verborgenen meines Kopfes eingesperrt waren und somit beherzigt werden konnten. Indem ich meine Wünsche aussprach, wurde der Vulkan in mir ruhiger.

Ich erzähle dir von diesem Erlebnis,

um dir Mut zu machen, deine Gedanken, deine Sorgen, Ängste oder auch deine Wünsche jemandem anzuvertrauen. Lass nicht zu, dass deine schmerzenden Gedanken dich einnehmen. Lass nicht zu, dass du zur Marionette deines Gedankenkarussells wirst. Indem du dich jemandem anvertraust und das, was dich beschäftigt, laut aussprichst, löst sich eine Blockade in dir. Du schafft damit einen Raum, dass das, was dich festhält, aus dir herausfließen und nach und nach heilen kann.

Habe den Mut DICH zu zeigen, manchmal verletzlich, aber vor allem menschlich.

 

Bildquelle dominickvietor@pixabay CC/0 https://pixabay.com/de/photos/vulkan-berg-sonnenaufgang-natur-.8488486/ Stand 07.03.2026

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