Durch die Dunkelheit ins Licht

Autor: Diana Tabke
Licht

Licht begleitet uns seit jeher

Licht begleitet uns Menschen seit jeher. Es lässt uns sehen, wärmt uns, tröstet uns und in unseren Traditionen entzünden wir es, um besondere Momente zu begleiten.

Wir entzünden ein Licht…

Bei einer Taufe

Als Botschaft: „Willkommen kleines Leben, du bist nicht allein!“

Zum Geburtstag

Als Zeichen der Freude, um das Leben zu feiern und für die Wünsche, die wir nur im Herzen aussprechen.

Für alle, die nicht mehr bei uns sind

Zum stillen Gedenken und als Erinnerung, dass sie immer in unserem Herzen verbleiben.

Für den Frieden

Für kleine Momente der Ruhe in einer lauten Welt und für das Miteinander, das wir uns wünschen.

Beim Laternenfest

Wenn Kinderaugen leuchten.

Im Advent

Als Licht der Erwartung, das von Wärme, Hoffnung und Liebe erzählt.

Licht in der Dunkelheit

Jedes Licht, das wir anzünden, ist mehr als nur eine Flamme. Es ist ein heller Punkt in der Dunkelheit, ein Versprechen, ein Zeichen. Es schenkt uns Wärme, Liebe, Hoffnung und Geborgenheit.
Jetzt, wo die Tage kürzer werden, brauchen wir dieses äußere Licht umso mehr. Doch es gibt noch ein anderes Licht – ein inneres, das in uns wohnt. Es zeigt sich, wenn wir lachen, wenn wir etwas Schönes erleben, oder wenn wir spüren: „Ich bin gut so, wie ich bin.“

Die Dunkelheit annehmen

Aber es gibt auch die Stunden, in denen unser Inneres dunkel wird. Momente, in denen der eigene Weg kaum noch zu erkennen ist. Auch ich kenne diese Dunkelheit. Sie kam, als nach 16 Jahren meine Ehe zerbrach.
Gefühle stiegen auf wie Wellen: Trauer, Angst, Scham, Verzweiflung – so stark, dass sie mir den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Um nicht zu zerbrechen, tat ich, was ich immer getan habe: Ich funktionierte, wollte nicht mehr fühlen.
Okay, in gewisser Weise auch sinnvoll, denn ich hatte 4 Kinder zu versorgen, und mein Leben ging weiter, wenn auch anders als geplant.

Der Weg zur Heilung

Die Sache mit den Gefühlen ist aber leider so: Stellst du die für dich unangenehmen Gefühle ab, werden auch die angenehmen verdrängt. Das führte dann dazu, dass ich einfach gar nichts mehr fühlte: keine Freude, kein Vertrauen, weniger Liebe. Ich war leer.
Und dann kam der Tag, an dem ich morgens nicht mehr die Kraft hatte, um aufzustehen. Da wurde mir klar, ich brauche Hilfe, denn so kann es nicht weitergehen. Allein komme ich da nicht raus.

Mut zur Dunkelheit

Ich glaube, einige von euch kennen das und wissen, wie viel Mut es braucht, diesen Weg zu gehen und sich der eigenen Dunkelheit zu stellen, denn diese kommt nicht plötzlich – sie ist immer ein Teil von uns.
Nach und nach kam ich zur Ruhe. Schritt für Schritt habe ich mich meinen Gefühlen geöffnet, den Schmerz gefühlt, geweint und all dieser Traurigkeit, Angst Raum gegeben.
Es war, wie ich euch sagen kann, sehr schmerzhaft, aber wichtig für mich. Denn nach und nach habe ich in meinem Inneren gespürt, dass in all der Dunkelheit auch noch ein bisschen Licht ist. Ich habe erkannt, dass dieses Licht nie erloschen ist, sondern ich es nur nicht mehr sehen konnte.

Manchmal braucht es auch andere Menschen im Leben, die dich an dein Licht erinnern. Ich bin jedem dankbar, der mich in dieser für mich sehr schwierigen Zeit begleitet, aufgefangen und unterstützt hat.

Erinnere dich an dein Licht

Ich möchte dich heute mit dieser Geschichte an dein Licht erinnern. Ich möchte dich ermutigen, dir deine Dunkelheit anzuschauen und liebevoll anzunehmen. Sie ist ein Teil von dir und deiner Geschichte.
Manchmal brennt das Licht in dir weniger hell, aber es ist immer da. Und wenn du dieses Licht strahlen lässt und in die Welt trägst, wird es heller. Vielleicht schenkst du auch anderen Mut, ihr eigenes Licht wiederzufinden.

Indem wir achtsam und wertschätzend mit uns selbst und anderen umgehen, indem wir unsere Unvollkommenheit als Geschenk annehmen und erkennen, dass jeder von uns einzigartig ist und auf seine ganz eigene Art und Weise leuchtet, können wir ein Licht entzünden – im Inneren und außen. Lasst uns gemeinsam die Welt erhellen.

Meditation: Dein inneres Licht

Hier noch eine kleine Meditation für dich:
Suche dir einen ruhigen Ort, wo du Zeit für dich hast und dich wohl und sicher fühlst. Setze dich bequem hin und stelle eine brennende Kerze vor dich. Richte deinen Blick nun sanft auf die Flamme vor dir. Atme tief ein und wieder aus. Mit jedem Atemzug wirst du ruhiger und entspannter.
Beobachte die Flamme, wie sie tanzt, wie sie atmet, wie sie still und doch lebendig ist. Mit jedem Atemzug lässt du mehr gehen, um dann alles abfallen zu lassen, was dich eben noch beschäftigt hat.
Konzentriere dich auf die Flamme und stell dir vor, wie das Licht der Kerze sich in deinem Brustraum ausbreitet. Warm, weich und strahlend.

Jetzt schließe die Augen und lege deine Hände auf dein Herz, um weiterhin das Licht zu spüren. Mit jedem Atemzug wird es heller in dir. Du spürst, wie dein inneres Licht jetzt deinen ganzen Körper erfüllt.

Während du dieses Licht spürst, sage dir innerlich:
„Ich bin das Licht.“

Lass diese Botschaft tief in dir ankommen. Du trägst Licht, Wärme und Kraft in dir – jetzt und immer. Die Welt braucht dich und dein Licht!
Genieße noch ein paar Minuten diese Wärme und Helligkeit in dir. Wenn du so weit bist, atme einmal tief ein und mit dem Ausatmen öffne deine Augen.

 

Foto: © Diana Tabke, 2025

Diana Tabke

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