Wie verwundbar ein Mensch nur ist. Wie sehr eine Seele nur tragen kann und wie schnell alte Verletzungen durch kleine und doch prägende Momente der Schwäche entstehen können.
Es sind Erinnerungen an die Vergangenheit
Was kann ich verlieren? Ansehen und Scham oder doch innere Freiheit und Frieden?
Durch eine Geburt verändert sich das Leben einer Mutter gewaltig. Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Zwischen Wochenbett-Depression und dem stetigen Kümmern um das Kind, alles richtig machen zu wollen und einer besonderen Bindung aufzubauen in den ersten Wochen. Die Erfahrung ging auch an meine körperlichen und seelischen Grenzen.
Dauerstillen und so auch Schlafmangel waren an der Tagesordnung.
Plötzlich ist da ein Seelenleben auf Erden und will deine volle Aufmerksamkeit und Liebe. Somit ist kein Platz für die eigenen Bedürfnisse und die Zweisamkeit bleibt meistens auch auf der Strecke.
In dieser Zeit in meinem Leben habe ich viel gekämpft
Es waren innerliche und äußerliche Kämpfe. Es ging darum, dass ich Menschen Grenzen aufzeigen wollte, aber mich nicht durchsetzen konnte. Ich war sehr nah am Wasser gebaut aufgrund der Geburt und der Hormonumstellung. Ich konnte meinen Platz nicht finden und mich nicht abgrenzen. Ich konnte meine Gefühle nicht klar benennen.
Meistens ging es bei meinen Bedürfnissen um mein Baby und darum, wie ich etwas erfüllen musste, um eine gute Mutter zu sein. Es ging auch um meine Partnerschaft, und letztendlich ging es immer wieder darum, den Erwartungen anderer zu entsprechen.
Ich habe bis zu einer gewissen Zeit durchgehalten. Letztendlich wollte ich einfach in Frieden leben.
Was kostet der eigene Frieden?
Es ging stark an meine Belastung und ich fühlte mich nicht gesehen und geschätzt. Obwohl ich so viel über mich wusste, war ich auf diese Zeit völlig unvorbereitet. Es haben sich auch Menschen in meine Beziehung gemischt. Für mich eine sehr prägende Zeit, in der ich sehr oft allein war auf meinem Weg. Bis ich einen Entschluss gefasst habe:
Ich breche aus. Ich lasse los.
Eine Entscheidung für mich und nicht gegen andere
Ich öffne mich dem Lebensfluss. Vertraue dem leisen, stillen Plan. Ich lasse alte Ängste ziehen, sie halten keinen Schatten mehr in mir.
Ich habe einen Platz in dieser Welt. Du hast deinen Platz in dieser Welt.
Egal, woher du kommst – du bist hier, und dein Leben gehört dir.
In dir liegt Weisheit, die gehört werden will. Oft genügt schon deine stille, aufmerksame Anwesenheit.
Manche Menschen gehen. Das tut weh, und doch zeigt es: Sie folgen einem anderen Weg, einer anderen inneren Ordnung. Du musst niemandem hinterherlaufen.
Du bist es wert, geliebt zu werden
Du bist es wert, gesehen zu werden und ein erfülltes Leben zu führen. In deinem Herzen ruht die Kraft des grenzenlosen Seins.
Erinnere dich an deine Kraft. An deine partizipierende Haltung. An deine liebende Güte.
Was kostet nun dein Frieden?
Zeit, Kraft, Tränen und Einsicht.
Und manchmal bedeutet er auch, loszulassen – selbst Menschen, von denen du dachtest, sie würden dich lieben.
Im Loslassen liegt oft der Weg zu dir selbst.
Fotoquelle: Ceylan Birgin





