Würde: Ein stilles, goldenes Licht in uns

Autor: Bianca Von berg

Und manchmal beginnt es genau in dem Moment zu leuchten, in dem wir für uns selbst aufstehen.

Es gibt Tage, die beginnen leicht, klar, harmonisch. Und dann reicht ein einziger Moment – ein Satz, ein Tonfall, eine Haltung –, um in dir eine Saite anzuschlagen, die längst verstummt war.

  • Ein feiner Riss.
  • Ein altes Echo.
  • Ein Wiedererkennen dessen, was du hinter dir gelassen hattest.

Auch bei mir war es nur eine kurze Episode. Äußerlich eine kurze Situation. Innerlich ein tiefes Beben.

Stundenlang schob ich Gedanken hin und her:

• Warum trifft mich das so?
• Woher kommt diese Wucht?
• Und wie konnte ich denken, im Frieden zu sein, wenn in mir noch etwas so sehr in Unruhe zu bringen ist?

Aber es war kein Absturz. Es war ein Aufwachen. Ein Erinnern daran, dass Würde nicht verloren geht – aber manchmal aus der Hand gleitet.

Würde predigen – und plötzlich selbst vermissen

In meinem Ehrenamt in der Opferhilfe begleite ich Menschen, denen Unrecht widerfahren ist. Sie sind Opfer einer Straftat geworden.

Sie sind Menschen, die zu lange geschwiegen haben, die Straftat nicht weiterverfolgt und bearbeitet haben aus unterschiedlichen Gründen und sich nun den Beistand und Begleitung durch mich holen. Sie sind meine Klienten, denen ich mit voller Klarheit sage: „Holen Sie sich Ihre Würde zurück. Sie gehört Ihnen.“

  • Ich stehe für sie ein.
  • Ich kämpfe an ihrer Seite.
  • Ich gebe ihnen Worte, bevor sie wieder ihre eigenen finden.

Doch als mich selbst dieser kleine Moment traf und ich still blieb, spürte ich eine erschreckend ehrliche Frage:

„Warum stehe ich für alle anderen ein – aber nicht für mich?“
Es war eine feine, schmerzhafte Doppelmoral. Eine, die sich nicht verurteilen lässt, aber gesehen werden will.

Der letzte Tag: Kein Heimweg mit gesenktem Blick

Als der letzte Tag vor meiner Abreise kam, wusste ich: Wenn ich jetzt schweige, nehme ich diesen Schatten mit nach Hause. Er fährt mit mir, setzt sich neben mich, begleitet mich, bis ich ihn irgendwann nicht mehr spüre – aber immer noch klebt dieser verpasste Moment an mir wie Kaugummi unter dem Schuh. Genau das wollte ich nicht.

Ich wollte nicht abreisen und mich selbst zurücklassen, all das so stehen lassen. Also fasste ich einen klaren Entschluss:

  • Ich werde reden.
  • Ich werde aufstehen.
  • Ich werde mich zeigen.
  • Nicht laut.
  • Nicht anklagend.
  • Nicht gegen jemanden – sondern für mich und jede andere Frau in dem Seminar und da draußen.

Der Moment des Aufstehens: Schlicht. Wahr. Kraftvoll.

Ich stellte mich vor die Gruppe. Nicht von oben herab oder als Moralapostel. Nicht als emotionales Opfer.

Ich stand da vor diesen Herren und sagte, was mich irritiert hatte. Was mich erschreckt hatte. Und vor allem, was ich davon halte, dass sie es so unangesprochen und unentschuldigt stehen lassen wollten.

Ich erklärte mich nicht. Ich rechtfertigte keinen Millimeter ihres Verhaltens oder meines Umgangs damit. Ich machte keine schwere Szene daraus. Ich war einfach klar.

Und mit jedem Satz spürte ich:

• Ich kehre zurück.
• Ich nehme meinen Platz wieder ein.
• Ich sammle meine Würde ein – nicht als Kampf, sondern als Heimkehr.

Der Raum hielt inne. Nicht weil er musste, sondern weil Wahrheit immer getragen wird.

Die Botschaft, die bleibt:

Würde ist kein Zustand. Sie ist eine tägliche Haltung.

Diese Erfahrung hat mir etwas Wichtiges geschenkt:

  • Würde ist kein Titel.
  • Kein „Ich stehe über allem“.
  • Würde ist die Entscheidung, dich selbst nicht zu verlassen.

Sie ist die stille Aufrichtung in dir, die sagt:

  • „Ich bin es wert, mich zu schützen.“
  • „Ich darf fühlen, was ich fühle.“
  • „Ich stehe für mich auf und ein“

Würde ist nicht der Moment, in dem du unverwundbar bist.

Würde ist der Moment, in dem du verwundbar bist – und trotzdem aufrecht.

Wer die Meditation „Raum der Würde“ kennt durch unsere Meditationsabende oder Dalmanutaräume, kann sich einmal vorstellen, wie er auf solch einem majestätischen Thron Platz nimmt; nicht um zu herrschen, sondern um wieder anzukommen:
Dein Raum der Würde und deine Würde sind unantastbar.

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