Sehnsuchtslauschen

Autor: Simone Osteroth

Wie entscheidest du, wenn die Sehnsucht anklopft?
Bleibst du dir treu, auch wenn es hart wird?

Bleibe auch dann, wenn das Leben dir den Boden unter den Füßen wegzieht.
Bleibe, wenn es eng wird im Herzen.
Bleibe, wenn deine Gedanken fliehen wollen wie scheue Tiere im Morgengrauen.

Fühle, was da ist.
Wirklich. Ganz. Ohne Ausweichen.
Doch baue dir kein Zuhause im Schmerz.
Du bist nicht hier, um festzustecken.
Du bist hier, um zu wachsen.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da brannte in mir eine Sehnsucht.
Nicht leise. Nicht höflich.
Sie war wild. Tief. Unverhandelbar.
Israel.
Der Wunsch, an die Orte zu gehen, an denen Jesus gegangen sein soll.
An die Orte, an denen gebetet wurde.
An Orte, die sich anfühlten, als hätten sie meinen Namen längst gekannt.

Manchmal hatte ich Bilder in mir —
als wäre ich schon einmal dort gewesen.
Als mutige Frau.
Tanzend im Staub der Wege.
Frei.
Authentisch.
Unaufhaltsam.
Ich folgte dieser Sehnsucht.
Zu Fuß.
Auf dem Jesus Trail.
Ist er diesen Weg wirklich gegangen?
Ich weiß es nicht.
Aber überall war etwas spürbar.
Etwas, das tiefer ging als Wissen.
An einem Tag führte der Weg hinauf zum Berg Arbel.
Unsere vorletzte Übernachtung wartete bei einer jüdischen Familie.
Die Sonne brannte.
Meine Füße pochten.
Der Körper war müde — und die Seele begann, sich leise aufzulösen.
Die Landschaft war atemberaubend.
Farben, Pflanzen, Weite.
Schönheit in einer Fülle, die mein Herz berührte.
Und doch brodelte es in mir.

Ich fing an zu schimpfen.
Aus einem tiefen Inneren heraus.
„Wer kommt eigentlich auf so eine Idee, bei dieser Hitze durch Israel zu laufen?“
Ich wusste genau, wer.
Ich selbst.

Und genau in diesem Moment kam sie.
Eine Botschaft.
Still. Klar. Unumstößlich.

Dreh dich um.

Nicht weiter nach vorne starren.
Nicht zählen, wie viele Schritte noch fehlen.
Nicht kämpfen gegen den Berg, der noch vor dir liegt.

Schau, wo du jetzt bist.
Ich drehte mich um.
Und zum ersten Mal sah ich mein Ziel.
Den See Genezareth.
Weit. Glänzend. Friedlich.
Und dahinter Dalmanuta.
Dieser Ort.
Meine Sehnsucht.
Mein innerer Kompass.
Mein Vertrauen.
Und dann hörte ich in mir einen Satz, der mein Leben veränderte:
„Als ich dir die Sehnsucht geschickt habe, habe ich dir nicht versprochen, dass es leicht wird.
Ich wollte nur wissen, ob du es wirklich ernst meinst.“

In diesem Moment wurde alles still.
Nicht, weil der Weg leichter wurde.
Sondern, weil ich verstand.

 

Wenn der Weg dich prüft

Das Leben fragt uns immer wieder:
Bleibst du auch dann?
Bleibst du dir treu, wenn es ruckelt?
Wenn Beziehungen sich verändern?
Wenn Menschen sich anders zeigen, als du es dir wünschst?
Wenn Dankbarkeit und Enttäuschung dicht nebeneinander stehen?

Kannst du deine Werte leben — nicht nur, wenn die Sonne scheint,
sondern auch im Gegenwind?

Dieser eine Blick über den See hat mir gezeigt:
Ja. Ich meine es ernst.

Mit meinen Sehnsüchten.
Mit meinen Träumen.
Mit meinem Weg.

Und manchmal steigen Bilder in mir auf, als wäre ich dort schon einmal gegangen.
Als hätte ich schon einmal getanzt auf diesem staubigen Pfad.
Schon einmal Freiheit gewählt statt Sicherheit.
Schon einmal Haltung gezeigt trotz Gefahr.

 

Komm her. Nimm Platz. Und bleibe.

Du bist der Schöpfer deines Lebens.
Kein anderer kann deine Gefühle fühlen.
Kein anderer kann deinen Weg gehen.
Kein anderer kann deine Sehnsucht erfüllen.

Du formst deine Welt.
Mit deinen Gedanken.
Mit deinen Worten.
Mit deiner Energie.

Achte darauf, was du denkst.
Achte darauf, was du aussprichst.
Achte darauf, was du fühlst.

Und frage dich ehrlich:
Folgst du wirklich deiner Sehnsucht —
auch wenn sie Konsequenzen hat?

Seit ich diese Botschaft verstanden habe,
war mein Leben noch nie so leicht.

Nicht, weil es einfacher geworden ist.
Sondern weil ich geblieben bin.

 

Bildquelle: Simone Osteroth

Simone Osteroth

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simone-osteroth.de

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