Nur diesen Tag. Immer wieder heute.

Autor: Tatjana Kowalski
Heute sage ich 'Ja' zu meinem Leben

Heute dies, heute das und überhaupt ist mir alles zu viel. Wer kennt das nicht, diese Momente im Leben, an denen einem alles zu viel ist. Wo man an einer Sache ist und das Ende noch so weit ist, wo man äußerliche Beschränkungen erfahren muss und nicht weiß, wann sie aufgehoben werden. Im letzten Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, ein Buchmanuskript zusammenzustellen mit der Besonderheit, dass in diesem Buch ganz viele Autoren einen Erfahrungsbericht zum Dalmanuta-Prinzip schreiben.

Das war für mich eine Herausforderung, von der ich nicht wusste, ob ich ihr gewachsen sein würde. So fing ich einfach an. Und irgendwann kam ich an einen Punkt, wo ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Da war dieses “Alles zu viel!”.  Meine innere Kritikerin lamentierte: “Und ich kann das nicht und ich schaffe das nicht und überhaupt…”.

Das Einzige, worauf ich da zurückgreifen konnte war:

Friede sei mit dir

“Ich schließe meine Augen, lege meine rechte Hand auf mein Herz und schließe Frieden. Frieden mit mir. Frieden mit meinem Anspruch an mich, Frieden mit meiner Art, es komplizierter zu machen, als es ist.  Friede sei mit dir Tatjana, Friede sei mit dir Tatjana, Friede sei mit dir…”. Ein tiefer Atemzug und”… Friede sei mit dir Tatjana…”. Und schon spürte ich, wie ich nach und nach zur Ruhe kam. Ich kam zu mir, bei mir, in mir an. Ich nahm mein tiefstes Inneres wahr und empfand den Aufenthalt an diesem Ort wie das Verweilen an einer Oase. Genießen und Auftanken.

Dann kam aus dem tiefsten Inneren eine ganz ruhige, liebevolle und doch bestimmende Stimme, die zu mir sprach: “Na komm, nur für heute liest du nur einen Beitrag und korrigierst ihn. Mehr brauchst du heute nicht zu tun um deinem Ziel ein Stück näherzukommen. Und morgen kannst du dann auch nur für heute eine Geschichte Korrektur lesen, mehr brauchst du nicht zu tun, um ein Stück in die gewünschte Richtung zu gehen.”

Ja, eine Geschichte ist nicht viel, das kann ich schaffen. So mache ich das. Und ich beschloss heute eine Geschichte Korrektur zu lesen. Aus diesen Nur-für-heute’s war ich auf einmal bei der Übergabe des Manuskriptes angelangt. Wow, wer hätte das gedacht!

Nur heute, hier und jetzt

Diese Art, mit der Situationen umzugehen, ist wirklich ein großes Geschenk, auf das ich jederzeit zurückgreifen kann.

Wenn ich irgendetwas habe, das mir schwerfällt oder das ich nur schwer ertragen kann, dann gehe ich den Weg mithilfe der „Friede sei mit dir-Übung“, die ich mir bei den Meditationsabenden bei Peter Michael Dieckmann verinnerlicht habe, um bei mir anzukommen. Dann sage ich mir liebevoll und bestimmt: “Tatjana, heute hältst du das aus, nur heute schleppe ich mich zur Arbeit, nur diesen Tag werde ich die Maske tragen, rauche ich keine Zigarette, lasse ich das nächste Glas Bier oder Wein stehen.”

Das ‘HEUTE’ ist ein überschaubarer Rahmen, in dem ich mich ohne Probleme bewegen kann, ohne an Morgen oder an das nächste Jahr denken zu müssen. Natürlich muss man gewisse Dinge terminieren, keine Frage. Doch für mich hat sich diese Methode bewährt. Sei es, dass ich mich um eine ganz bestimmte Sache kümmern muss, die mir total widerstrebt, jedoch ein Handeln unumgänglich macht. Oder eine ganz bestimmte Verhaltensweise abzulegen.

Wenn ich mir erlaube, jeden Tag im ‘Heute’ zu leben und mich dafür entscheide, die Dinge heute zu tun oder zu lassen, wird aus einem ‘Heute’ eine ganze Woche, ein ganzer Monat oder auch ein ganzes Jahr. Und vielleicht hat sich an einem ‘Heute’ eine schwierige Situation gelöst, konnte ein Projekt zum Abschluss gebracht werden, das Unterlassen einer alten Gewohnheit zu einer neuen Gewohnheit werden.

Vielleicht sagst du dir doch heute einmal selbst:

“Heute sage ich ‘Ja’ zu meinem Leben, so wie es jetzt ist.”

Heute…

…werde ich all diejenigen, denen ich begegne, so lassen, wie sie sind.
…bin ich dankbar für alles, was ich habe.
…werde ich einige Aufgaben angehen, die mich einen kleinen Schritt in die gewünschte Richtung bringen.
…kann und werde ich eine Gewohnheit, die mir nicht dienlich ist, unterlassen.
…werde ich darauf vertrauen, dass alles zu meinem Besten ist.

Heute werde ich frei sein.

 

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: I_do_1093132 @ lifeisbetteroiled (pixabay CC-0)

Tatjana Kowalski

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