Ein buddhistischer Mönch sagte einst, dass sich all seine Erkenntnisse aus 20 Jahren in einem einzigen Satz zusammenfassen ließen: „Was entsteht, vergeht auch wieder.“ Damit meinte er, dass er gelernt habe, sich nicht gegen das zu wehren, was ist. Er habe verstanden, den gegenwärtigen Moment zuzulassen und die Vergänglichkeit aller Dinge und Umstände zu akzeptieren. So habe er inneren Frieden gefunden.
Was ein Newton-Pendel mit mir zu tun hat
Diese Erkenntnis brachte mich zum Nachdenken und sie erinnerte mich an das Prinzip der Impuls- und Energieerhaltung eines Newton-Pendels. Es fasziniert mich, dass beim Fallenlassen einer Kugel nur die äußere in Bewegung gerät, während die inneren Kugeln ruhig bleiben und die Energie lediglich weiterleiten.
Mein eigenes Leben gleicht diesem Pendel – es schwingt mit meinen Gedanken und Gefühlen, bewegt durch äußere Ereignisse. Manchmal schwingt es nach vorn, ein Streben in die Zukunft; manchmal zurück, ein Blick in die Vergangenheit. Doch wenn es stillsteht, bin ich ganz im Hier und Jetzt, im gegenwärtigen Moment.
Gelingt es mir, wie das Pendel die einwirkenden Ereignisse einfach durch mich hindurchfließen zu lassen und zu erkennen, wie ich sie nutzen kann, dann bin ich im Einklang mit dem Leben und gerate nicht in Turbulenzen.
Vertrauen in den Lauf meines Lebens
Spüre ich diese Einheit mit meinem Leben, erkenne ich, dass ich Teil von allem bin. Ich verstehe, dass alles möglich ist und dass Widerstand zwecklos ist – mein Leben verlangt danach, gelebt zu werden. Ich darf mit dem Fluss des Lebens gehen, mich tragen lassen, Meter für Meter.
Ich vertraue darauf, dass das Leben seinen Lauf nimmt. Ich erwarte nicht mehr, dass Dinge auf eine bestimmte Weise geschehen müssen, sondern bleibe offen und flexibel. Immer wieder erlebe ich etwas, das mich erstaunt: Sobald ich mich innerlich von äußeren Umständen löse, verändert sich vieles, oft auf überraschend positive Weise. Dinge, von denen ich dachte, ich müsste sie aktiv herbeiführen, finden ihren Weg zu mir – ganz ohne Mühe. Ich kann mich an ihnen erfreuen, solange sie da sind, denn: Was entsteht, vergeht.
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