Wieder einmal körperlich eingeschränkt – wie schon so oft als Kind.
Und wieder war vorher der Gedanke: „Ich bräuchte mal eine Pause, es wird mir
alles zu viel!“
Den Satz habe ich mir bis dahin eigentlich nicht mehr erlaubt. Ich finde, man kann
viel schaffen und trotzdem in seiner Mitte und in Ruhe bleiben. Dachte ich!
Mein Körper hat die Idee mit der Pause allerdings ernst genommen – er hat nicht
darauf gewartet, bis ich mental bereit für eine Pause war – er hat sie sich einfach
genommen. Und ich sitze hier als Opfer meines Körpers – muss den Schmerz
aushalten, Bewegungen wieder lernen und Hilfe von anderen annehmen.
Doch ich stelle fest: Ich bin gar kein Opfer meines Körpers. Ich bin das Opfer meiner eigenen Ansprüche!
Früher hab ich mich immer gefragt: „Warum ich?“, während die anderen mühelos
durchhalten.
Ich war in der klassischen Opferrolle gefangen: Die Welt ist ungerecht,
während ich das machtlose Ziel bin.
Heute weiß ich: Die Wahrheit ist schmerzhaft, aber auch befreiend. Ich werde nicht bestraft, sondern beschützt vor mir selbst.
Denn in meiner Mitte bleiben bedeutet auch, die eigenen Grenzen nicht so lange
zu dehnen, bis sie reißen, sondern die Stoppsignale zu hören, bevor der Körper den
Stecker ziehen muss.
Ich treffe immer selbst die Entscheidung.
Ich kann rechtzeitig „Stopp!“ sagen, ohne Umwege über eine Krankheit.
Ich übernehme selbst die Verantwortung und warte nicht, bis mein Körper mich bremst, ich bremse selbst.
Das fühlt sich nach Freiheit an!
Bild Quelle: Balance Steine Stapel – Kostenloses Foto auf Pixabay




