Mein berührendes Erlebnis in der Vorweihnachtszeit

Autor: Claudia Gniffke
Weihnachtsbaum

Mein Freund und ich beschlossen, in diesem Jahr Tannenbäume für uns beide zu kaufen. Als wir unsere beiden gefunden hatten, sahen wir kleine Nordmanntannen auf Holzständern und beschlossen, auch für meine Mutter ein Bäumchen mitzunehmen. Wir hatten unglaublich viel Spaß beim Einkauf und freuten uns auf das Gesicht meiner Mutter, wenn wir ihr den Baum schenken würden. Zu Hause schmückten wir ihn liebevoll, mit viel Zeit, Freude und Herz.

Mein Freund übernahm das Anbringen der Lichterkette. Das Abgeben der für mich wichtigen „Arbeit“ fiel mir nicht leicht, da ich es gewohnt bin, es selber zu machen. Vielleicht denke ich auch, dass ich es schöner gestalte, besser mache. Dem war aber nicht so, er brachte die Lichterkette mit genauso viel Liebe und Sorgfalt an, wie ich es getan hätte. Das Anbringen der Kugeln und Fondants (die meine Mutter so gerne mag, da es sie an ihre Kindheit erinnert) machten wir gemeinsam. Es war richtig schön, bis auf eine Situation, die mich etwas an meine Grenzen brachte: Mein Freund aß das letzte rosa Fondant einfach auf, nachdem wir einen schönen Zweig dafür gefunden hatten. Er biss hinein, kaute und weg war es, ich war sprachlos. Aber dann musste ich doch lachen, da er mich so lieb und schuldbewusst ansah und ihm nicht bewusst war, dass es das letzte rosafarbene war. Dabei hatten wir noch so viele von den weißen Fondants …

Der Baum wurde trotzdem wunderschön und wir erfreuten uns selbst an dem kleinen Weihnachtsbäumchen. Ich hoffte, dass meine Mutter sich auch freuen würde, da es der erste Weihnachtsbaum seit dem Tod meines Vaters vor 17 Jahren sein würde, ich hatte daher auch ein leicht ungutes Gefühl. Wir wollten sie ja nicht traurig machen.

Der Transport wurde abenteuerlicher als geplant, trotzdem hatten wir viel Spaß! Wir mussten den Lieferwagen nehmen, denn das Bäumchen passte trotz seiner recht überschaubaren Größe nicht in unseren PKW. Ich musste mit dem Bäumchen in den Lieferraum – und da hörte mein Spaß kurz auf. Denn als mein Freund die Lieferwagentür von außen zuschlug, ging das Licht im Lieferraum aus. Es war sehr dunkel und mir wurde bewusst, dass ich Platzangst habe und in dunklen, geschlossenen Räumen in der Regel das Gefühl habe, keine Luft zu bekommen.

Ich nahm jedoch meinen Mut zusammen. Der Baum musste doch zu meiner Mutter! So fuhren der Baum und ich, meinem Freund vertrauend, im dunklen Lieferraum, auf dem Boden sitzend, nicht gesichert, von Minsen nach Horumersiel. Während der Fahrt beruhigte ich mich, machte das Handylicht an, beleuchtete den kleinen Baum und erfreute mich daran.

Ich fand es irgendwie auch schön und hatte Freude an der Situation, auf dem Boden sitzend, einen Zweig des Bäumchens festhaltend, durch den Abend zu fahren. Ich wusste, wo mein Freund entlangfuhr, nahm die Kurven wahr und hörte, wenn er den Blinker setzte. Zugegeben, ich war erleichtert, dass wir nach ca. 10-minütiger Fahrt an unserem Ziel ankamen, die Tür des Lieferwagens geöffnet wurde und das Bäumchen und ich wieder frei waren!

Wir brachten voller Vorfreude, ich aber auch mit einem leicht mulmigen Gefühl, das Bäumchen durch die Gartentür in das Wohnzimmer meiner Mutter und waren gespannt auf ihre Reaktion.

Sie freute sich so sehr über das Bäumchen, dass sie vor Rührung und Freude weinte. Sie fand ihn so schön! Wir waren dann alle drei berührt und bewunderten gemeinsam den kleinen Baum, der lichtvoll im Wohnzimmer meiner Mutter strahlte.

Nach diesem Erlebnis wurde mir bewusst, dass das Abgeben von Arbeit bei mir mit fehlendem Vertrauen zu tun hat und dass ich oft denke, es besser zu machen als andere. Es hat gutgetan, das Anbringen der Lichterkette meinem Freund zu überlassen und mich auf das gemeinsame Schmücken des Bäumchens einzulassen. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht.

Der „Vorfall“ mit dem rosa Fondant verhalf mir zu mehr Gelassenheit und Verständnis, öffnete sogar mein Herz. Ich war von mir selbst überrascht, da ich recht gelassen mit der Situation umging. Es brachte meinen Freund und mich zudem noch näher zusammen.

Auf den Umgang mit meiner Angst bei der Fahrt im Lieferwagen bin ich auf mich selbst stolz – ich habe der Angst durch meine Gedanken und Gefühle die Macht nehmen können. Das Ziel und die Vorfreude auf die erwartete Freude meiner Mutter waren stärker als die Angst.

Mache Du Dir auch immer wieder den Einfluss Deiner Gedanken und Gefühle bewusst.

Wenn Dir Dein Ziel wirklich wichtig ist, dann hast Du die Macht, Deine Ängste zu überwinden.

In welchen Situationen in Deinem Leben kannst Du gelassener reagieren? Wäre dies nicht viel bereichernder, anstatt immer perfekt sein zu wollen?

 

Fotoquelle: Claudia Gniffke

Claudia Gniffke

Claudia Gniffke

Keine Beiträge mehr verpassen

Wie können wir helfen?

t

Finde deine Antwort auf der Seite Häufig gestellten Fragen

Fragen zur Ausbildung

Fragen zur Technik / zur Website

i

Fragen zum Blog / zur Redaktion

Zurück

Fragen zur Ausbildung

w

Schreibe uns:

Peter Stefanie Matthias Verena

Zurück

Fragen zur Technik / zur Website

w

Schreibe uns:

Sven

Zurück

i

Fragen zum Blog / zur Redaktion

w

Schreibe uns:

Sven Anne

Du kannst uns auch eine E-Mail an info@dalmanuta-lehrer.de schreiben oder dich telefonisch unter 0174 85 188 49 melden.