Vom Ursprung zur Quelle

Autor: Peter Michael Dieckmann
Vom Ursprung zur Quelle

Als die Zeit gekommen war,
sagte die Quelle zum Tropfen:
„Fließe hinaus in die Welt, lerne, helfe und habe Spaß dabei!“

Stell dir einen kleinen Tropfen in einer großen schwarzen Regenwolke vor.
Er ist in der Wolke mit vielen anderen Tropfen,
aber dein Tropfen fühlt sich von all den anderen getrennt.

Er hat ein Ich, sowie all die anderen Tropfen auch.
Dein Tropfen ist unteilbar, er ist ein Individuum.
Er kann niemals zerstört werden, er kann sich nur verbinden.
Aber dein Tropfen in der Wolke weiß das nicht.
Er fühlt es zwar, ahnt es, aber ganz sicher ist er sich nicht.

Und nun erhältst du einen göttlichen Auftrag:
Die Begleitung und Führung des kleinen Tropfens,
der sich auf die Reise durch das Leben machen muss.

Er muss sich mit anderen Tropfen zu Regen verbinden,
er muss sich mit anderen Tropfen zu einem Bach verbinden,
er muss in einen Fluss einfließen
und schließlich muss er hinaus in den Ozean.

Vor jeder dieser Veränderungen hat dein Tropfen Angst.
Er hat Angst zu fließen, er hat Angst sich zu verbinden, er hat Angst,
sich zu verändern.
Deine Aufgabe ist, dem kleinen Tropfen die Angst zu nehmen.
Du weißt, dass es seine Bestimmung ist, zu fließen und zu wachsen.

Und dein Tropfen spricht dich an, wenn er wieder Angst verspürt,
wenn er nicht weiß, wie es weitergeht mit ihm.
Wenn er sich wohlfühlt, bittet er dich darum, dass es so bleibt,
aber du weißt, dass es nicht so bleibt,
dass es immer weitergeht und dein Tropfen eines Tages zurück zur
Quelle finden wird.

Und du sagst ihm, dass er eines Tages begreifen wird,
dass er nicht ein kleiner Tropfen,
sondern selbst die Quelle ist.

 

Quellennachweise:
Bild: Tropfen_Spritzen_Einschlag_Wellen_1004250 @ Quadronet_Webdesign (pixabay.com CC-0)_5/22
Text: https://shop.tredition.com/booktitle/Das_Dalmanuta_Prinzip/W-1_113835_Seite 72/72_5/22

Peter Michael Dieckmann

Peter Michael Dieckmann

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