Über Herzensangelegenheiten und Applaus

Autor: Peter Michael Dieckmann
Herzensangelegenheiten und Applaus

Du bist auf dieser Welt…

…um dich um etwas Wertvolles zu kümmern.

Jeder Mensch hat den Auftrag, etwas zu erschaffen, was es vor ihm noch nicht gab und seine eigene irdische Existenz überdauert. Jeder Mensch ist geboren, um etwas mehr Liebe in die Welt zu bringen. Jeder auf seine Weise, jeder an seinem Platz.

“Deine Antwort auf dieses Leben ist die Liebe” schrieb Sina Schmitz am vergangenen Sonntag in ihrem Blogartikel zum Thema “Verantwortung”.

Dieser Satz trifft den Kern. Die Liebe obliegt der Kompetenz des Herzens, nicht des Verstandes. Mache also dein Leben zu deiner Herzensangelegenheit! Folge den Impulsen der Freude und der Liebe.

Herzensangelegenheiten sind unabhängig…

…von Anerkennung und Applaus.

Wenn du dich um etwas Wertvolles kümmerst, also deinen Auftrag in der Welt erfüllst, spielt es keine Rolle, ob du dafür Anerkennung erfährst oder nicht. Konkret gesagt: Du würdest dein Kind nicht verhungern lassen, nur weil du aus der Nachbarschaft keinen Applaus dafür erhältst, dass du es nährst.

Ebenso verhält es sich, im übertragenen Sinne, mit deinen Projekten. Sind deine Herzensangelegenheiten abhängig davon, ob du Applaus bekommst? Für einen Bühnenkünstler mag das ein Kriterium sein, aber für mich? Und für dich? Auch für den Künstler ist der Applaus nur im Kontext seines Spiels auf der Bühne wichtig, nicht aber außerhalb davon. Paul McCartney singt auch in der Badewanne, wie er einmal in einem Interview erzählte.

Niemals sollten wir unser Denken, Sprechen und Handeln danach ausrichten, ob wir dafür Applaus erhalten oder nicht. Im richtigen Leben ist niemand (nur) ein Bühnenkünstler.

Wir dürfen uns über Anerkennung freuen!

Sogar sehr! Die Freude über die Anerkennung ist Wertschätzung. Wertschätzung für unser Projekt, für uns selbst und nicht zuletzt für den Menschen, der uns die Anerkennung erweist. Je größer unsere Freude, desto größer die Wertschätzung.

Dabei dürfen wir entscheiden, wem wir diese Wertschätzung schenken und wem nicht. Wir müssen uns nicht über jedes Lob freuen. Manchmal müssen wir ein Lob sogar hinnehmen, wenn es von jemandem ausgesprochen wird, dessen sonstige Ansichten wir nicht teilen. Wir können es uns nicht immer aussuchen, wer uns Anerkennung schenkt und wer nicht.

Daher können wir nicht danach streben, Applaus “von der richtigen Seite” zu erhalten und den Applaus “von der falschen Seite” zu vermeiden. Um bei dem obigen Beispiel zu bleiben: Du würdest die Fürsorge zu deinem Kind nicht verändern, nur weil der liberale Nachbar links neben dir nicht bemerkt, wie gut du dich um dein Kind kümmerst. Und umgekehrt: Du würdest die Fürsorge zu deinem Kind nicht verändern, nur weil der radikale Nachbar von rechts es ganz wunderbar findet, wie du dich um dein Kind kümmerst.

Auch aktiv wird ein Schuh daraus: Wir sollten nach unserem Herzen entscheiden, wofür wir selbst applaudieren und wofür nicht. Wir dürfen unsere Anerkennung anderen gegenüber nicht davon abhängig machen, wer sie auch noch gibt und wer nicht.

Wenn aus Herzensangelegenheiten Ideologien werden

wird es kalt und ungemütlich. Eine Ideologie entsteht durch die feindliche Übernahme einer Herzenssache durch den Verstand. Das gilt im gesellschaftlichen wie in persönlichen Lebensbereichen. Ich kenne beispielsweise Menschen, deren Herzensangelegenheit “persönliche Fitness” zur Ideologie geworden ist. Bei ihnen sind Spaziergänge ohne Leistungsnachweis nicht denkbar.

Auch die Religionen, die wir heute kennen, waren ursprünglich spirituelle Herzensangelegenheiten einiger Menschen, bis sie vom Mainstream übernommen und ideologisch bzw. dogmatisch angereichert wurden.

Wir sollten aufpassen, dass aus Meinungen keine Ideologien werden. Das gilt selbstverständlich auch für meine eigenen. Zum Beispiel für diese hier: Wir sollten darauf achten, dass nichts zu einer Ideologie wird. Weder Religion noch Fitness noch sonst irgendetwas.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: baby, gluecklich, geburtstag, klatschen © dhanelle (pixabay CC-0)

Peter Michael Dieckmann

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