Selbstliebe

Autor: Susanne Schaarschmidt-Bihn
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Selbstliebe – der Baustein der Resilienz

Herausbefördert aus dem gel(i)ebten Lebensrhythmus, hinein in das Ungewisse. Die unerwartete Veränderung im Leben, die mir neben allen Herausforderungen auch jede Menge Zeit gebracht hat. Zeit, die ich meiner Seele schenken konnte, in Ruhe bei mir anzukommen. Zeit, die ich plötzlich hatte, Gedanken zu Ende zu denken und neue Perspektiven zu entwickeln. Es geht weiter, anders, immer mit dem Blick nach vorne. Was treibt mich an in herausfordernden Zeiten? Mir hat sich gerade im letzten Jahr noch einmal wieder neu eröffnet, wie wichtig eine wesentliche „Zutat” in jeglichen Veränderungsprozessen für jeden von uns  ist: die Selbstliebe.

Resilienz

In Zeiten der Veränderung haben wir einige innere Helfer zur Seite – unter anderem unsere eigene Widerstandskraft. Widerstandskraft ist die individuelle Fähigkeit eines Menschen, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Psychologen nennen die Fähigkeit, die eigene Widerstandskraft zu nutzen, „Resilienz.“

Durch die Resilienz – Forschung weiß man heute, dass die Fähigkeit der eigenen Resilienz weiterentwickelt und gestärkt werden kann. Eine wunderbare Erkenntnis, die doch zeigt, welches Potenzial in jedem Menschen steckt, wenn er bereit ist, zu reflektieren, zu erkennen und zu verändern.

Die eigene Resilienz kann somit jeder Mensch trainieren, indem er zunächst beispielsweise durch ein angeleitetes Übungsprogramm lernt, die eigene Widerstandskraft wahrzunehmen. Denn dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Beweggründe zu erkennen, welche die Entwicklung der eigenen Resilienz hemmen.

Eine entscheidender Baustein der Resilienz ist die Selbstliebe. Was nutzt einem das beste Training, wenn die Selbstliebe aus den Fugen geraten ist? Wenn die Zweifel an sich selbst größer sind, als die Liebe zu sich selbst? Die Selbstkritik mächtiger ist als diese Liebe? Oder die Unsicherheit stärker ist als die Selbstliebe? Gerade aus der Liebe zu sich selbst lässt sich so unendlich viel Kraft schöpfen, um die Herausforderungen und die Widrigkeiten, die einem im Laufe des Lebens begegnen, angemessen und unbeschadet zu meistern.

Vier Bereiche unseres Seins

Die Selbstliebe zeigt sich in vier Bereichen unseres Seins, die alle miteinander verbunden sind.

Der Körper als äußere Erscheinung: in ihm offenbart sich die Selbstliebe durch die Selbstachtung, die sich über die Körper-Haltung zeigt. Auch in der eigenen Selbstfürsorge ist sie zu erkennen. Die Selbstfürsorge, die wir unserem Körper entgegenbringen, indem wir ihn pflegen und für seine Gesunderhaltung sorgen.

Im Geist äußert sich die Selbstliebe durch das klare Bewusstsein, durch die Sprache, die inneren Bilder und den eigenen kreativen Ausdruck. Seine eigenen Fähigkeiten und Talente zu kennen und auch zu wissen, was einem weniger liegt, drückt aus, wie sehr man sich seiner selbst bewusst ist. Die Selbstliebe zeigt sich im Selbstbewusstsein. Die Selbstliebe findet sich in unseren Potenzialen wieder, indem wir uns Möglichkeiten schaffen, diese zu entfalten.

Der Herzbereich ist der Ort der Liebe im Körper. Jeder weiß, wie laut das Herz pochen kann, wenn man seinen Herzensmenschen trifft. Dem Herzensbereich ordnen wir unsere Emotionen und Gefühle zu. Die Selbstliebe teilt sich hier über das Mitgefühl für sich selbst mit. Auch in der Wertschätzung der eigenen Gefühle findet sie ihren Ausdruck.

Im Bereich des Solarplexus sitzt die Intuition, das Bauchgefühl, die Ahnung, die wir in uns tragen. Im Selbstvertrauen zeigt sich hier die Selbstliebe. Sich selbst zu vertrauen trägt erheblich zur eigenen Zufriedenheit im Leben bei. Es unterstützt uns dahingehend, alle Entscheidungen in unserem Leben aus der eigenen Mitte heraus zu treffen. Die Selbstliebe wird hier genährt und gestärkt.

Nähre deine Selbstliebe

Unsere Selbstliebe gilt es zu nähren, zu pflegen und zu stärken, damit wir herausfordernden Situationen im Leben mit unserer eigenen Widerstandskraft begegnen können. Was nutzt es, wenn ich einen strukturierten Lebensplan habe und gar nicht weiß, für wen oder was ich ihn umsetze? Was nutzt es dem Leben mit Zielorientierung und Optimismus, mit Lösungsorientierung und Verantwortung zu begegnen, wenn ich mich gar nicht liebe? Die Selbstliebe möchte genährt sein, bevor ich alle guten Tipps und Trainingsprogramme in mein Leben integriere.

Mache dir einmal eine Situation, ein Ereignis in deinem Leben bewusst, in der deine Selbstliebe dir ein treuer Begleiter war oder ist. Was empfindest du in diesem Moment?

Meditation als Training für deine Selbstliebe

Ich frage mich: Wenn ich die eigene Widerstandskraft trainieren kann, ist es mir dann auch möglich, meine Selbstliebe zu trainieren? – Ja! Ich bin davon überzeugt, dass eine regelmäßige Übung durch Meditation diese Fähigkeit sich selbst zu lieben unterstützt, denn die Selbstliebe wohnt in jedem von uns. Sie ist vielleicht nicht immer spürbar, weil die Erfahrungen im Außen es möglich gemacht haben, dass die Selbstliebe sich ganz weit in dir zurückgezogen hat. Doch auch du kannst ihr wieder den Raum geben, in der sie sich entfalten wird.

Schenke deinem Bauchgefühl dein Vertrauen, indem du sein leises Anklopfen hörst und diesem Beachtung schenkst. Achte darauf, wie es sich anfühlt eine Entscheidung, und sei sie noch so klein, einfach aus dem Bauchgefühl heraus getroffen zu haben. Wie fühlt es sich an – dieses Selbst – Vertrauen?

In Situationen, in denen du dich über dich selbst ärgerst oder einfach traurig bist, lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Herzbereich, begegne dir mit Mitgefühl. Wie fühlt es sich an, Mitgefühl für sich selbst zu haben, sich selbst wertschätzend mit allen Gefühlen anzunehmen?

Füttere deinen Geist, um die eigenen Potenziale und Fähigkeiten zu entfalten. Sei dir selbst bewusst, wo deine Stärken und deine Schwächen liegen. Mit deinen Stärken kannst du dich selbst und andere unterstützen. Deine Schwächen unterstützt du auch durch deine Stärken. Von daher: Sei dir selbst bewusst – und du begegnest dir im Selbstbewusstsein!

Achte auf deine Haltung

Deine äußere Haltung spiegelt deine innere Haltung wider. Durch eine Änderung der äußeren Haltung kannst du auch Einfluss auf deine innere Haltung nehmen. Probiere es ruhig ein paarmal aus. Begegne dir in Selbstfürsorge und Selbstachtung. Dein Körper freut sich, gepflegt und bewegt zu werden. Er wird es dir danken. Tue alles dafür, dass du dich wohlfühlst in deinem Körper.

Schenke jeden Tag diesen vier Bereichen deines Körpers deine Aufmerksamkeit. Lege deine Hände auf und halte einen Moment inne, spüre, was passiert, sei dir selbst ein aufmerksamer Begleiter.

Das Wunderbare: alle Bereiche stehen in Verbindung miteinander. So kannst du die Selbstliebe, die dir in einem Bereich deiner Selbst vielleicht mehr zur Verfügung steht, an einen anderen Bereich weiterleiten. Du kannst dich aus dir selbst heraus nähren, kannst deinen Körper pflegen und nähren mit deiner Liebe zu dir selbst. Und du darfst diese wunderbare Liebe wachsen lassen über die Grenzen deines Körpers hinaus und diese Liebe weiter schenken, durch deinen Blick, durch deine Hände, durch dein Zuhören, durch deine Worte, durch dein Da-Sein. Lasse die Liebe in dir wachsen, indem du ohne Zweifel mit dir selbst umgehst wie mit deinem besten Freund.

Bildnachweis für diesen Beitrag: selbstliebe-herz-tagebuch-hand-3969644  @ geralt (pixabay  –  CC-0)

Susanne Schaarschmidt-Bihn

Susanne Schaarschmidt-Bihn

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