Die Angst, mein Freund

Autor: Nicolas Tietz

Seit ich denken kann oder ich mir über meine Gefühle bewusst geworden bin, kenne ich das Gefühl „Angst“ nur zu deutlich. In den meisten Fällen bin ich mir nicht sicher gewesen, wovor ich eigentlich Angst habe. Dieses dann auf Nachfrage hin noch zu beschreiben, ist mir immer sehr schwergefallen. Oftmals erscheint mir meine Angst unbegründet oder die Ursache nicht Grund genug für dieses Befinden.

Lange Zeit habe ich mich dagegen gewehrt und habe nicht verstanden, dass dies nur ein Schutzmechanismus meines Körpers ist. Er wollte mir damit lediglich mitteilen, dass sich etwas ändern sollte. Nur was? Sollte ich fortwährend nach dem Grund für diese unbegründete Angst suchen? Wahrscheinlich nicht. Wonach dann?

Verwandlung

In manchen Situationen habe ich es geschafft, diese vermeintlich bedrohlichen Gefühle in neue Ideen und Lebenssituationen umzuleiten. Mit dieser unfassbaren Energie habe ich mir in der Vergangenheit eine komplett neue Lebenssituation geschaffen. Die Angst, die mich bis in die letzte Ecke gepresst hat, war plötzlich meine vollgeladene Batterie, um dies durchzuziehen. Plötzlich war ich sicher in dem, was ich tat und wie ich es tat. Ich war entschlossen. Selten zuvor war ich so sicher diesen Schritt zu wagen und es fühlte sich einfach nur richtig an.

Freundschaft schließen

In Situationen, in denen ich große Angst vor etwas verspüre, ist es ja immer noch nur die Angst davor. In einer solchen Situation denke ich anders, was wiederum nicht schlecht ist, um neue Wege zu finden. Vor einer Sache Angst zu haben ist völlig was anderes, als sie dabei oder währenddessen zu haben.

Wenn sie vor einem Ereignis oder einer Person ist, habe ich die Fäden in der Hand, um eventuelle Schritte einzuleiten. Kommt sie jedoch bei einer bestimmten Situation wie zum Beispiel bei der Arbeit, ist es erstmal ziemlich unangenehm und nicht gerade förderlich. Im Nachgang kann es aber eine enorme Entscheidungshilfe sein, um etwas zu ändern. Um ein Stück näher an das Ziel, oder wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Dafür muss jedoch die Komfortzone verlassen werden.

Dadurch wurde mir klar, dass die Angst nicht mein Gegner, sondern ein ziemlich guter, aber trotzdem ein aufdringlicher Freund ist, vorausgesetzt ich nutze diese Energie bewusst für mich und nicht gegen mich.

 

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Photo courtesy of Unsplash (01_2022 CC-0)

 

Nicolas Tietz

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