Dein Glaube hat Dir geholfen – oder auch nicht!

Autor: Frank Zimpel
Glaube

Glaube ist ein Begriff, bei dem man direkt an Kirche, also an Religion denkt und die Frage erklingt: „Hast Du auch den rechten Glauben?“

Der „rechte Glaube“ ist im Rheinland natürlich der christliche und wenn es ganz „richtig“ sein soll, der katholische. Der religiöse Glaube hat überall was mit der gesellschaftlichen Stellung zu tun.
Religion ist aber vielfach nicht Glaube, sondern Dogma. Wenn ich den „echten Glauben“ haben will, muss ich das glauben, was meine Religion mir vorgibt. Egal ob unbefleckte Empfängnis, Wiederauferstehung von den Toten oder ein Mensch, der Gottes Sohn sein soll.
Ich kenne natürlich in erster Linie die christlichen Glaubens-Dogmen, obwohl wir alle wahrscheinlich schon mal von den 70 Jungfrauen für die „Gotteskrieger“ gehört haben. Daher bin ich persönlich nicht religiös, habe aber durchaus eine spirituelle Vorstellung von den Dingen.
Drei der großen Weltreligionen glauben eigentlich an den gleichen Gott, schlagen sich aber wegen solcher „Glaubensdetails“ seit Jahrtausenden gegenseitig den Schädel ein. Hier ist der Glaube irgendwie auch nicht hilfreich.

Ich glaube auch an eine höhere Macht, die die Schöpfung sozusagen verursacht hat. Vielleicht ist die allgemeine Lebensenergie, diese Schöpferkraft. Ich glaube auch, dass ein Mensch namens Jesus vor langer Zeit gelebt hat und ganz wichtige Dinge gesagt hat, aber rein biologisch, ein Mensch wie Du und ich, mit einer Mutter und einem Vater war.

Egal ob die Quelle meines Glaubens also religiös geprägt oder eher persönlich „gebastelt“ ist:

Mein Glaube bestimmt mein Leben!

Mein Glaube bestimmt zu mindestens meine Wahrnehmung. Der auch von mir in der Vergangenheit vielfach gebrauchte Satz: „Ich glaube nur, was ich sehe.“ ist bei näherer Betrachtung unwahr. Irgendwann habe ich dann dem umgekehrten Satz: „Ich sehe nur, was ich glaube.“ bewusst gelauscht, ihn erst mal angezweifelt, aber dann verstanden, dass da was dran ist.

Der Glaube bestimmt unseren Fokus. Unsere Umwelt ist viel zu komplex, dass wir immer jeden äußeren Reiz aufnehmen und verarbeiten könnten. Wir nehmen daher alles selektiv wahr und unser Glaube ist dabei ein sehr wichtiges Selektionskriterium.

Darüber hinaus glaube ich persönlich an das Gesetz der Anziehung: dass die Energie meiner Gedanken und Gefühle auch Veränderungen der Realität bewirken können.

Negative Glaubenssätze

Wenn mein Glaube mir Angst macht, ist alleine das schon eine verlässliche Ursache für Fehlschläge. Glaube ich beispielsweise daran, dass ich eigentlich nichts kann, dann sehe ich nicht die Dinge, die ich gut und richtig gemacht habe, sondern nur meine Fehler, bin ich in Sorge, bin verzagt und traue mich nicht in die Welt hinaus.

Sofern ich daran glaube, dass die Welt nur von Verbrechern und Betrügern bevölkert wird, werde ich in den Medien genau diesen Glauben bestätigt bekommen. Vielleicht verleitet er mich auch noch dazu, meine Mitmenschen so abweisend behandeln, dass diese mir bestimmt nichts schenken oder einfach mal was Gutes tun werden.

Ich selber kenne von mir aus der Vergangenheit den Glauben, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird.
Diesen Glauben habe ich in meinem Beruf vor mir hergetragen. Wenn es also um neue Ideen und Veränderungen ging, war ich der „Reichsbedenkenträger“ der alle Risiken als reale Bedrohungen wahrgenommen und so argumentiert hat. Das hat mich nicht gerade zu einem beliebten Gesprächspartner für innovative Menschen gemacht. Nichts gegen Vorsicht im Allgemeinen, aber ich habe aus dem Schatten eines möglichen Risikos real existierende Hindernisse gemacht. Damit habe ich nicht nur meine Kollegen genervt, ich habe mir selber das Leben schwer gemacht.

Ich kann zum Helden für meine Sache mutieren – nur durch meinen Glauben daran!

Irgendwann wurde mir aber in ein paar konstruktiven Gesprächen mit einem Coach mein „Glaube“ mal gespiegelt und verdeutlicht. Das war der Moment, in dem ich anders entscheiden konnte. Diese Entscheidung hat mein Leben deutlich verändert.

Und das ist die gute Nachricht. Ich kann hinterfragen, anzweifeln und selbst neu bestimmen, woran ich glauben will. Das ist zwar nicht mit einem Knopfdruck geschehen. Mit Achtsamkeit und dem Willen zur Veränderung kann ich meine ‘Glaubenssettings’ aber neu und anders gestalten.

Mein Glaube kann mich behindern und in Angst und Sorge verharren lassen oder er kann mich beflügeln und zu Leistungen bringen, die ich mir selber nicht zugetraut habe. Ein Baustein darin ist natürlich der Glaube an mich und meine Fähigkeiten. Aber auch mein Glaube an ein Ziel, einen Auftrag kann mich zu ungeahnten Taten führen. Ich kann plötzlich die sprichwörtlichen Berge versetzen.

Ich habe früher fest geglaubt, dass ich nicht vor Fremden und erst recht nicht vor vielen Menschen sprechen kann. Alleine der Gedanke hat bei mir schon Schweißausbrüche verursacht. Der innige Wunsch, anderen Menschen mit Meditationen und Seminaren zu helfen, hat es mir ermöglicht diesen Glauben über Bord zu werden. Als sich es endlich geschafft hatte, auf dem Seminarleiterplatz eines Seminars zu sitzen, fühlte ich mich, als wenn ich genau da hingehören würde!

Dein Glaube kann dein Gefängnis sein oder dein Glaube kann Berge versetzen!
Du entscheidest, was du glaubst!

 

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