Das Labyrinth des Lebens

Labyrinth des Lebens

Das Leben als Irrgarten?

„Das Leben ist wie ein Labyrinth. Manch einer irrt sein ganzes Leben darin herum auf der Suche nach einem Ausweg. Dabei gibt es nur einen Weg und der führt immer tiefer hinein. Erst wenn wir die Mitte erreicht haben, werden wir verstehen.“

Dieses Zitat kommt aus der Netflix-Serie “Dark” und beschreibt, wie auch ich lange mein Leben gesehen habe: als einen Weg mit Sackgassen, Schleifen und Wiederholungen.

Das Leben kam mir eher wie ein Irrgarten vor. Ich war der Meinung, dass ich mich immer richtig entscheiden muss, um nicht vom rechten Pfad abzukommen.

Ich glaube, dass viele Menschen sich in einem Irrgarten gefangen fühlen und den rettenden Ausgang suchen.

„Ich muss noch diese Ausbildung machen“, „Ich muss ganz viel Geld im Lotto gewinnen“, „Ich muss unbedingt Karriere machen“ usw.

Aber nicht alle sind auf der Suche nach Auswegen dieser Art. Ich zum Beispiel habe mich abgelenkt, um mir keine Gedanken über diesen „Irrgarten“ machen zu müssen. Ich habe mich abgelenkt mit Sport oder Arbeit. Ich habe mich abgelenkt damit, ein guter Ehemann oder Vater zu sein. Mein Ausweg war die Vogelstrauß-Methode.

Ablenkung ist die zweite Strategie, dem vermeintlichen Irrgarten zu entkommen.

 

Das Leben als Labyrinth

Den Irrgarten gibt es aber nicht. Es gibt nur den einen Weg immer tiefer hinein in das Labyrinth. Am Ende kommen wir in der Mitte an. Die Mitte entspricht unserem wahren Selbst.

Wenn wir das Bild vom Labyrinth aufnehmen, dann kreisen wir ständig um unser wahres Selbst. Manchmal sind wir ihm näher und manchmal entfernen wir uns wieder von ihm.

Treffen wir Entscheidungen, die uns unserem wahren Selbst näher bringen, dann beschreiten wir einen Weg, der uns näher zur Mitte bringt. Wählen wir einen Weg, der uns von der Mitte wegführt, dann handeln wir in einer Weise, die uns von unserem wahren Selbst entfernt.

Im Sinne des Labyrinths ist keine Entscheidung falsch und im übertragenen Sinne ist auch in unserem Leben keine Entscheidung falsch.

Es gibt keine Sackgasse. Sackgassen würden bedeuten, wir könnten in unserem Leben zurück gehen. Aber es geht immer nur nach vorne.

Es gibt auch keine Schleifen und ständigen Wiederholungen, denn der Weg, der einmal beschritten wurde, kann nicht erneut betreten werden. Wir kommen vielleicht in die Nähe des Ortes, an dem wir waren, aber niemals mehr zu dem gleichen Ort.

Unser Labyrinth ist noch nicht vollendet. Bis zu dem jetzigen Moment ist unser Labyrinth gebaut. Vor uns ist ein unbebauter Raum. Wir haben die Wahl, wie wir den restlichen Weg bis zum Erreichen der Mitte gestalten möchten.

Um diese Wahl treffen zu können, brauchen wir eine Ahnung davon, welche Entscheidung uns näher zur Mitte bringt und welche nicht.

Solange wir zumindest diese Ahnung nicht haben, irren wir umher. Uns treibt es mal hierhin und dorthin.

Unser Verstand ist nicht in der Lage, uns dabei zu helfen, die Richtung zu finden. Das Leben kann man nicht verstehen…

 

Die Richtung im Labyrinth

Es ist unser Herz und es sind unsere Gefühle, die uns die Richtung zeigen können.

Dazu bedarf es der Offenheit zu uns selbst und der Reflexion; Welche Ereignisse haben in mir welche Gefühle ausgelöst? Wann habe ich mich gut gefühlt und wann nicht?

Durch die Dalmanuta-Meditation werden solche Impulse gegeben. Die Impulse dienen dazu, innere Bilder entstehen zu lassen, anhand derer eine Reflexion möglich wird. Die inneren Bilder erlauben einen viel einfacheren Zugang zu den gespeicherten Gefühlen.

Wenn wir unser Herz fragen: Wo will ich hin? Was ist mein Projekt?

Die Antworten, die wir von unserem Herzen bekommen, zeigen uns die Richtung zu unserem wahren Selbst.

 

Matthias Rhein
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