Verwirrung

Verwirrung

In dem Wort „Verwirrung“ steckt „Wirrung“, „Irrung“ und „Wirr“. Sind diese drei Begriffe einer eigenen Aktivität zuzuordnen, so scheint das Wort „Verwirrung“ passiv gesteuert zu sein. Nicht aus einer eigenen Intention heraus. Ich habe bisher noch nicht gesagt „So jetzt verwirre ich mich mal.“. Wenn, dann war ich von etwas oder jemandem oder auch mir selbst verwirrt. Die Verwirrung beschreibt einen Zustand der Unsicherheit. Wenig klare Sicht, keine Weitsicht und doch einen ziemlich präsenten Moment. Denn wenn ich doch merke, dass ich verwirrt bin, dann befinde ich mich im „Jetzt“. Schließlich kann ich mich nicht schon mal für morgen verwirrt fühlen oder für etwas, was gestern geschehen ist. Die Verwirrung geschieht in diesem Moment und wenn Dir bewusst wird „Ich bin verwirrt…“, dann bist Du im „Jetzt“ und womöglich auch im Gefühl.
Wirrungen und Irrungen sind heute mehr denn je an der Tagesordnung. Informationsfluten überrollen uns und oft auch unsere eigene Intuition. Es gibt so viel zu glauben, zu fürchten, zu feiern … Doch wo bleibt denn da jedes eigene Geschöpf in seinem Empfinden? Die Welt im Außen ist in ein Unermessliches gewachsen. Noch nie habe ich die Welt im Inneren so klar und klein gespürt wie zu dieser Zeit. Da draußen tobt ein Sturm auf so vielen Ebenen. Die Welt der Natur, die wohl unserer inneren Welt noch am nächsten kommt, wird immer weniger als wahrhaftig empfunden. Wer irrt, wird irgendwann fallen, sich auf den Boden besinnen, auf dem er oder sie gelandet ist und klar sehen, aus welcher Erde das eigene Wesen geschaffen wurde. Die Ausdauer der Verwirrtheit ist jedoch oft beachtlich.

Irren

Irren und Verwirrung sind zwei unterschiedliche Aspekte. Die Verwirrung bringt uns zu unserem Gefühl, denn der Verstand kann nicht mehr folgen. Unser Gefühl ist niemals unklar. Das, was es letztlich undurchschaubar macht, ist unser Verstand. Wir lernen beispielsweise eine Person kennen und haben direkt ein Gefühl zu diesem Wesen vor uns. Doch sobald wir in Kontakt kommen, schaltet sich auch unser Verstand ein und gibt seinen Senf dazu. Beurteilung, Beschreibung, Fragen, Vorurteile, Urteile, Vermutungen etc. und schwups ist das Gefühl überdeckt von einer schweren Wolke aus Informationen, die wir nicht einmal für wahr oder falsch befinden können. Es kann also eine Verwirrung stattfinden, aus der eine Irrung entsteht. Diese Irrung geschieht, wenn wir all den Aussagen unseres Verstandes Glauben schenken und uns darauf einlassen. „Diese Person läuft barfuß. Das ist bestimmt ein Mensch, der nur Cannabis konsumiert, nicht arbeiten geht und mit dem man sich nicht unterhalten kann.“. Aus dieser Annahme heraus entsteht eine Einstellung der Person oder Situation gegenüber und man verhält sich voreingenommen. Diese Annahmen sind jetzt natürlich nur ein Beispiel und können beliebig ausgetauscht werden. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Irrung, der Irrweg. Unser Gefühl, welches vielleicht etwas ganz anderes sagte (“Oh ich würde mich auch gerne mal trauen, barfuß zu gehen, wie früher als Kind.”) wurde lahmgelegt und hat nichts mehr zu melden. Wir begeben uns auf einen Weg, der nichts mit der eigenen Realität (die eigene Intuition und das innere Gefühl) zu tun hat. Und dies ist nur ein kleines Beispiel.

Deine Mitte

Diese Situationen begegnen uns mehrmals täglich. Etliche Irrwege, auf denen wir wandeln, sind so weit weg von unserem Gefühl. Die Verwirrung hingegen kann schnell und heftig geschehen und uns vielleicht genau da ausspucken, wo wir in diesem Moment hingehören. Zurück auf den Boden der tatsächlichen Sachen (Tatsachen). Die Verwirrung ist eine so starke Begebenheit in unserem Kopf, dass dieser irgendwann dicht macht. „Ich weiß gar nicht mehr, was ich denken soll.“. Gut – dann lass’ es und komme endlich mal zurück zu Deinem Gefühl!
Frage Dich einmal: Wie viel, von dem, was Du so erzählst, wirklich aus Deinem Inneren kommt und wie viel Du einfach nachplapperst? Wie viele Dinge und Begebenheiten fühlen sich eigentlich mehr als komisch für Dich an und trotzdem vertraust Du nicht deinem Gefühl, sondern dem, was man Deinem Kopf als Futter anbietet? Was hat man Dir beigebracht, wenn Du nicht einmal der Natur vertraust, wenn Du nicht einmal Dir selbst vertraust?
Mach Dir selber ein Geschenk! Setz’ Dich heute einmal hin, schließe Deine Augen und verbinde Dich für einen Moment mit Deiner Wahrheit, Deinem Gefühl, Deiner Natur. Wiederhole die Worte „Ich bin“ in Stille. Mehr brauchst Du nicht. Alles, was Deine Energie aussaugt, ist ein Irrweg.

Lass’ Dich verwirren, aber finde wieder zurück zu Deinem Nährboden, Deiner Mitte – Deiner Wahrheit.

 

Sina Schmitz
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