Zerstörung und Neubeginn

Autor: Sina Schmitz
Zerstörung und Neubeginn

Ausrichtung bestimmen

Zerstörung und Neubeginn – eine Wechselwirkung, die der Gottheit „Shiva“ im Hinduismus zugeordnet wird. Diese Kraft durfte uns vergangenes Jahr vermehrt begegnen. Vieles wurde bisher vermeintlich zerstört. Vieles wird neu oder anders erschaffen. Alte Strukturen werden neu überdacht, können nicht bestehen bleiben oder erfahren eine Veränderung. Nicht aus einem eigenen Impuls, sondern durch etwas, was wir nicht greifen können, finden diese Veränderungen statt. Ganz gleich, ob man sich diese Umstände aussucht oder nicht – es ist der eigene Umgang mit den jeweiligen Strömungen, der zählt. Du kannst dich wehren, abstrampeln oder den Fluss annehmen und deinen eigenen Strom und Stil finden. Und hiermit ist nicht gemeint, sich einfach treiben zu lassen.

Es geht um das Erkennen deines eigenen Stroms im Leben. Das große Ganze ist nicht zu ändern. Vor allem sind andere Menschen nicht einfach so zu ändern. Du darfst aber über deine Einstellung und Ausrichtung bestimmen. Das Leben der Menschen ist immer durch Phasen gegangen. Es scheint so, als sei es länger „still“ gewesen. In unserer Zivilisation schien alles mehr und mehr toleranter und gleichberechtigter zu werden. Es gab scheinbar wenig, was unsere „sichere“ Welt aus den Fugen reißen konnte.

Veränderung

Und auf einmal verändert sich so viel. Es durfte sich zeigen, welche Anteile in uns dominieren, wovon wir uns bestimmen lassen. Vielleicht war dieses vergangene Jahr eine wichtige Vorbereitung, Ausrichtung und Zerstörung. Womöglich wird nichts mehr so sein wie vorher. Das bedeutet, dass wir uns verändern müssen. Wie wir alle wissen, ist Veränderung etwas, das der Mensch nicht besonders gut leiden kann. Das Verlassen der eigenen Komfortzone. Die Auseinandersetzung mit Begebenheiten, die nicht fair sind, unverständlich und nicht greifbar. In anderen Kulturen gibt es ganz andere Herausforderungen und Anstrengungen. Wir dürfen für uns und unsere Welt schauen. Schau einmal in dein vergangenes Jahr. Hast du dich bewusst umgedreht und dir einige Fragen gestellt? Diese Zeit aktiv angeschaut und den Prozess der Verarbeitung wahrgenommen?

Blick auf das Vergangene

Was nimmst du mit?

Was hast du in diesem aufregenden Jahr gelassen und was möchtest du mitnehmen, angehen und umsetzen?

Welche Begegnungen waren für dich besonders?

Welche Menschen waren für dich da und für wen konntest du da sein?

Was durftest du lernen? Woran konntest du wachsen?

Welche Momente der Freude und Dankbarkeit sind dir in Erinnerung geblieben?

Wann hat dein Herz besonders doll geklopft?

Blick nach vorne

Auch wenn du nicht weißt, ob es möglich ist, was du dir für dieses Jahr vornimmst. Es ist ein Risiko, Energie aufzubringen, ohne mit genauer Sicherheit zu wissen, ob das so auch wirklich geschehen wird. Aber das Leben ist immer ein Risiko, nicht planbar und gewiss nicht konstant. Der jetzige Moment war wohl noch nie so gegenwärtig. Fang doch an jetzt zu leben. In diesem Augenblick zu atmen und zu sein. Jeder Moment kann von Zerstörung regiert werden, um im nächsten Atemzug einen Neubeginn zu erschaffen. Diese Kraft und Qualität findet auch Anklang in der Gemeinsamkeit.

Nähe

Wir Menschen durften erfahren, was es bedeutet, zusammenzuhalten und auch getrennt zu werden. Um nach wie vor eine gemeinsame Energie zu erschaffen, sind wir kreativ geworden. Es ist uns etwas genommen worden, das für uns überlebenswichtig ist: Nähe. Und so durften wir lernen, dass Nähe nicht immer nur über den physischen Aspekt funktionieren muss. Wir sind energetische Wesen und können uns auf mehreren Ebenen miteinander verbinden und austauschen. Das Internet bietet hier natürlich eine neuartige Möglichkeit der Verbindung.

In vergangenen Jahr durfte auch der Dalmanuta-Blog entstehen. Mehr denn je war es der Wunsch, dass wir uns an einem friedlichen Ort austauschen, zuhören, lesen und mitteilen können. Wir als Redaktion sind unglaublich dankbar für diese Möglichkeit und freuen uns über jeden bisher geschriebenen Gast-Beitrag von den Dalmanuta-Lehrern. Dieser Blog ist von Dalmanuta-Lehrern für Dalmanuta-Lehrer wie auch alle anderen Menschen, die daran Freude finden, zu lesen und sich inspirieren zu lassen. Das geschriebene Wort von anderen Menschen macht etwas mit uns. Es kann uns inspirieren, herausfordern, nachdenklich stimmen, bewegen, aufwühlen, erfüllen und so vieles mehr. Genau das ist es, was für uns in Erfüllung gegangen ist.

Verbindung

Vor allem möchten wir Verbindungen entstehen lassen. Ein Gefühl von Gemeinsamkeit und Austausch. Es ist eine Möglichkeit, über gemeinsame Seminare und Meditationsabende hinaus miteinander in Kontakt zu stehen und etwas mitgeben zu können. Für das neue Jahr haben wir uns einiges vorgenommen und möchten diese Schritte mit euch teilen und zusammen erleben.

Der Dalmanuta-Blog ist nicht nur ein Blog, sondern auch eine Plattform für Dalmanuta-Lehrer. Der Blog ist für alle frei zugänglich und einsehbar. Wer bei der Plattform „Facebook“ angemeldet ist, weiß womöglich um die Gruppe „Lehrer des Lebens“. Diese wird in wenigen Wochen geschlossen. Wir möchten zu Beginn dieses Jahres neu beginnen und bieten einen geschlossenen Raum für Materialien, Inspiration, Konzepte und Ideen für Dalmanuta-Lehrer und die damit verbundene Arbeit. Das, was wir Menschen weitergeben können, sind unsere eigenen Erfahrungen. Es ist eine Qualität, zuhören zu können, nachzufragen und sich für sein Gegenüber zu interessieren. Wir haben all das Wissen in uns und dürfen es wieder ausbuddeln.

Um uns herum haben wir Begleiter und dürfen sie wieder sehen. Wir sind weder getrennt noch alleine: auf so vielen Ebenen sind wir miteinander verbunden. Dafür, dass wir uns auf einigen Ebenen mit euch verbinden dürfen, von euch lesen und mit euch in Kontakt stehen können, sind wir sehr dankbar.

Wir freuen uns auf diesen neuen Abschnitt mit euch.

 

Bildquelle:
Bildnachweis für diesen Beitrag: Shiva © hari_mangayil (pixabay CC-0)