Ankommen: Das ewige Mysterium

Autor: Bettina Schulte
Ankommen

Was bedeutet Ankommen?

Und wer hat dieses Wort so vervielfältigt!
Ankommen bedeutet einerseits etwas ganz Klares, wenn man es von der eindimensionalen Seite aus betrachtet, nämlich: Ich habe ein Abreiseziel und ein Ziel, an dem ich ankomme. Also ein Ankommens-Ziel (komisches Wort, aber gut)
Ich fahre morgens zur Arbeit und Mittags wieder nach Hause!

Nun sind wir aber nicht eindimensional und da wird es dann kompliziert!
Wie oft habe ich schon gehört: Ich möchte ankommen!
Ankommen in Form von ich möchte einen Partner finden
In Form von ich möchte das Haus, in dem ich alt werde, finden
In Form von ich möchte die erfüllende Arbeit finden!
Es geht beim Ankommen wohl immer ums Suchen und Finden, hab ich so den Eindruck.
Ankommen ist also ein Gefühl des Erfüllt seins.
Ok nehmen wir mal an du hast dann den Partner gefunden, von dem du gesagt hast, wenn ich den finde, dann bin ich angekommen, bleibt es denn dann so? Bleibt dieses Gefühl dann beständig in dir?
Oder meldet sich irgendwann wieder dein inneres und flüstert dir zu, dass es da doch noch mehr geben muss, ein anderes ankommen vielleicht, evtl. bei der Arbeit oder beim Erreichen einer sportlichen Betätigung!

Ankommen ist kein Endzustand

Ich glaube, Ankommen ist kein fixer Zielpunkt, kein Endzustand. Das ist ein Trugbild unseres Verstandes.
Unsere Seele ist im ständigen Prozess des Werdens, denn Sein ist eine Abfolge aus Entstehen-Werden-Vergehen und Neubeginn.
Ein ewiger Fluss des einfach Seins, auf dem deine Seele dich auf dem Fluss des Lebens begleitet.

Wie sollen wir also jemals ankommen, wenn selbst der Tod nur eine Station auf der Reise in eine andere Dimension ist.
Das ist doch ein Widerspruch in sich?
Ja und Nein.
Das Universum selbst ist in Paradoxien aufgebaut. Um in den Mysterien des Seins anzukommen, gilt es nicht mehr in Gegensätzen zu denken, vielmehr Gegensätze zu denken. Also scheinbar sich Widersprechendes in der Essenz zu integrieren.
Ich glaube dann offenbaren sich uns die tiefsten Geheimnisse des Lebens.

Mach dir bewusst wir kommen nicht an einem Fixpunkt an, wie furchtbar wäre das auch, wir kommen an im Fluss des Lebens.
Wenn wir da angekommen sind und mach dir bewusst, dass das jeden Zustand beschreibt, ob in dieser Dimension oder einer anderen, dann sind wir frei, um uns jeden Moment neu zu gebären.
Die Seele ist dazu in der Lage, denn sie ist Teil des ganzen, welches das alles und das nichts ist.
Es ist unserem Willen und unserer Eigenverantwortung unterstellt, wie wir uns entfalten.
Frei im Vertrauen auf die Führung im Fluss des Lebens oder ängstlich gegen den Strom schwimmend, immer in der Hoffnung an einem fixen Punkt anzukommen.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was Ankommen für mich bedeuten könnte und ich glaube, es sind Momente, Momente, die einen erfüllen, ich glaube, wir kommen so oft im Leben an!
Wenn sich dein Herz öffnet und die Liebe empfängt, dann ist es ein Moment des Ankommens!
Ich glaube nicht, dass man materiell ankommen kann und jeder, der sich dieses Ziel schonmal gesetzt hat, weiß, dass das nicht funktioniert, denn ist man an diesem Ziel des Ankommens, hat man direkt das nächste Ziel im Kopf.

Wechsel vielleicht mal die Perspektive

Ankommen ist Lebendigkeit, ist fühlen, ist frei sein und nicht Stillstand in der Situation verharren, mit dem Wunsch belegt, dass es doch nun bitte für immer so bleiben mag!
Wenn du also mal den Blickwinkel änderst und dir vorstellst, dass Ankommen im Fluss des Lebens stetige Veränderung darstellt, dann glaube ich ist ankommen keine Frage mehr, sondern die Antwort!

Ich wünsche dir in deinem Leben viele Momente der Lebendigkeit, der Veränderung und den heilsamen Wandel als ein Grundprinzip des Daseins!

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Copyright Sina Schmitz 2022

Bettina Schulte

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